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11. Dezember 2011 7 11 /12 /Dezember /2011 05:48

Montag 28.11.2011

Heute soll alles gemächlich ablaufen. Einkaufen im kleinen General Store, Internet Zugang klären im Fahrrad-Laden, frühstücken, Wäsche waschen so plätschert der Tag dahin. Wir laden wieder einmal unser Tagebuch und ein paar Bilder in den Blog und starten dann, viel zu spät allerdings zu einer kleinen Wanderung. Der Melrose Natural Walk sollte es eigentlich sein. Aufgrund der extrem sparsamen Ausschilderung solte allerdings mehr ein Umherstolpern über verschiedene Hügel am Fusse des Mt. Remarkable werden. Wir sehen viele der einheimischen Vögel und ein Känguru Rudel aus aller nächster Nähe. Am Abend nach Spaghetti und Rotwein möchte ich noch einmal ins Internet. Der Router im Fahrrad-Laden läuft noch und so sitze ich davor auf der nächtlichen Strasse und ergänze noch den Blog, hole Informationen über unseren Motorradtransport nach Neuseeland ein und Skype noch ein bisschen mit meinen Eltern und Aggel einem meiner besten Kumpel vom Motorradklub. Der Verkehr ist gleich Null und so ist man völlig ungestört.

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Dienstag 29.11.2011

Auch heute lassen wir es relaxed angehen. Wir wollen zur Alligators Gorge fahren um sie zu durchwandern. Wenn man bummelt wird es natürlich immer noch ein bisschen später als es werden sollte aber was soll´s wir müssen ja nicht auf den Bus. Die Strasse zur Alligators Gorge ist eine Achterbahn, 12km lang hoch und runter, extrem kurvig. Jedoch hat irgendein Spielverderber alle 2-300m einen tiefen Wasserablaufgraben quer über die Strasse gezogen und so wird’s wieder nix mit mal wieder richtig Kurven fahren.

Die Schlucht ist sehr schön zu durchwandern. Wir sehen sogar das spezielle „Schluchtenkänguru“ das hier unten lebt, es ist an das Leben in der Schlucht vornehmlich durch kletterfähigere Beine angepasst und hört auf den Namen Euro. Euro in der tiefen Schlucht, wenn das mal kein Zeichen ist. Wieder zurück auf dem Parkplatz wollen wir noch zum zweiten Lookout wandern, sind nur 1,2km hin und zurück. Es weht ein starker, extrem böiger Wind und wir machen uns schon etwas Gedanken über unsere Motorräder. Als wir starten wollen schlägt hinter uns ein ca. 5cm dicker und 1,2m langer Ast auf das Dach des neben unseren Mopeds geparkten SUV´s. Ok, damit hat sich das erledigt und wir schauen, dass wir hier wegkommen. Auf den Eukalyptusbäumen hängt noch viel abgestorbenes Zeugs rum und wir wollen nicht warten bis noch grösseres auf einem unserer Motorräder landet.

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Mittwoch 30.11.2011

Heute geht es mal wieder mit viel Wind nach Adelaide, ich frag mich manchmal ob wir motorradfahren oder segeln. Am Stadtrand kontaktieren wir zunächst einmal Gryphi, unsere Gastgeberin für die nächsten zwei Tage. Sie wohnt draussen in Glenelg, einem Stadtteil Adelaides direkt am Meer. Der Australian Motorcycle Atlas beinhaltet ganz übersichtliche Karten von Adelaide und so durchqueren wir die Stadt auf einer Art Ringstrasse um dann über den Anzac Highway nach Glenelg zu fahren. Gryphi wohnt in einem äusserst schicken Hotel, so richtig mit grosser Einfahrt, Pagen am Eingang und so weiter. Das Wiedersehen mit Gryphi ist herzlich. Wir hatten uns nur sehr kurz auf dem HOG Treffen unterhalten und so gab es nun beiderseits genug zu erzählen um sich näher kennenzulernen. Dementsprechend lang wurde der Abend bei einem tollen Rotwein. Um 1:30 haben wir dann doch abgebrochen, die Flasche war leer und uns fielen schon fast die Augen zu. Also ab ins Bett im Gästezimmer.

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Donnerstag 1.12.2011

Als ich morgens aufwache liegt Manu noch im Tiefschlaf, ich linse durch den Vorhang und schaue ...wow, direkt aufs Meer, das ist ein Ausblick den man gerne hat so früh am Morgen. Da muss ich natürlich sofort raust. Ich mache mir zunächst einmal mein erstes Frühstück. So ein Frühstück auf dem Balkon und unter dir das Meeresrauschen, gibt es denn da noch eine Steigerung? Vielleicht wenn Du dabei direkt am Strand sitzt und die Harley neben Dir noch warm tickert.

Heute steht ein technischer Dienst auf dem Programm, Ventile an der Triumph einstellen (dachte ich) und die Primärkette der Harley spannen. Wir haben übers Internet Kontakt mit dem Triumph Riders Club in Adelaide aufgenommen. Es meldet sich Daryl bei uns, die Arbeiten an der Triumph können wir in seiner Werkstatt erledigen, er hat alles Notwendige und kennt sich gut aus, hat auch ein paar alte Schätzchen in der Garage stehen. Das nehmen wir gerne an, doch zuvor müssen wir bei K&M Motorcycles vorbei, die Arbeiten an der Harley erledigen (hätten wir eigentlich auch bei ihm machen können aber dort waren dann Dichtung etc. vorhanden). Den Vormittag verbummeln wir ein bisschen, Frühstücken, ein neues Handy kaufen (mit dem alten war die Netzabdeckung eine Katastrophe, ich konnte es nicht glauben, ist aber tatsächlich so). Wir kommen aufgrund dieser Bummelei erst gegen 14:30 zu K&M. Der Nachmittag geht voll in der Werkstatt drauf. Nicht wegen der vielen Arbeit, nein wegen der ganzen interessanten Gespräche dort. Daryl kommt auch vorbei, er stellt uns Murray vor. Murray hat eine Lagerhalle auf der anderen Strassenseite, er ist der eigentliche Gründer von K&M Motorcycles hat den Laden jetzt aber an die neuen Betreiber verpachtet. Seine Lagerhalle ist bis unter die Decke mit Ersatzteilen für alte englische Motorräder gefüllt. Daneben stehen darin noch rund 30 Motorräder vorwiegend alte Klassiker, Harleys, Indians, Triumphs, Nortons, BSA aber auch alte Yamahas XS650 der ersten Baujahre, man kann sich kaum satt sehen. Wir kommen natürlich zu spät zum Abendessen, GAU, Manu kann nicht mehr duschen. Das Abendessen wird trotzdem gut, duschen kann man auch morgen noch. Es wird wieder 0:00 bis wir ins Bett kommen. Gryphi ist schon wirklich cool drauf. 8 Monate im Jahr ist sie gewöhnlich auf Reisen. Einige Zeit davon mit Ihrer 1200er Sportster, die dadurch immerhin schon 170.000km auf dem Zähler hat. Für 2013 ist natürlich eine Reise nach USA zum 110. Geburtstag von Harley-Davidson geplant, machen sicherlich einige Leute aber nicht von März bis Oktober. Wir reden hier von einer Dame die immerhin schon 63 Jahre alt ist. Die australische HOG Zeitschrift hat auch schon einen Artikel unter der Rubrik „Hardcore HOG Members“ über sie veröffentlicht. By-the-way in Rente ist sie seit 48, selbst finanziert versteht sich.

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Freitag 2.12.2011

Heute ist schon wieder Abfahrt, allerdings wechseln wir nur den Standort. Wir ziehen zu Daryl. Eigentlich wollten wir so gegen 13:30 bei ihm sein aber wir sind irgendwie dem Müssiggang verfallen. Frühstücken mit Gryphi dann in den neuen (noch nicht eröfffneten) Apple Store, der Betreiber ist so freundlich und deinstalliert mir die Software des Telstra USB Internet Sticks den ich versucht habe bei Ty zu installieren, dann wieder zurück ins Hotel. Gryphi empfängt uns mit einer Modenschau was sie so auf Ihre Reise mitzunehmen gedenkt. Mouschka ist ebenfalls zur Beratung da. Wir haben noch einmal viel zu Lachen und können auch den ein oder anderen sinnvollen Input liefern.

So gegen 15:00 ruft dann Daryl an, uups ihn hatten wir ja fast vergessen. Wäre gut wenn wir bis 16:00 bei ihm wären, da er gegen 17:00 weg muss zum Arbeiten. Nun müssen wir uns sputen, schnell die restlichen Dinge gepackt, zweimal zu den Motorrädern laufen um alles wieder zu verstauen und es kann losgehen. Natürlich begleitet uns Gryphi und wartet unten am Ausgang der Tiefgarage. Wir hatten uns oben bei den Bikes schon herzlich verabschiedet. Man hätte es schon noch ein paar Tage aushalten können, unnötig zu erwähnen, dass man sich an solche Lebensumstände schnell gewöhnen kann.

Nun geht es über den Anzac Highway, die Brighton Road und die South Main Road südwärts Richtung Morphett Vale. Wir finden die Adresse recht schnell und werden von Daryl, der die Bikes schon gehört hat als wir in die Strasse eingebogen sind, die Einfahrt hoch und hinters Haus gelotst. Da stehen die beiden Ladys nun sicher unter einer Überdachung direkt vor der hinteren Eingangstür und dem Tor hinter dem sich Daryls Schätzchen in einem kleinen Showroom befinden. Daryl kann uns noch schnell zeigen wo Schlafzimmer, Bad und Toilette ist und ganz wichtig wie der Fernseher im Wohnzimmer funktioniert dann rauscht er auch schon ab zu seinem Arbeitseinsatz. Es ist schon ganz anders als in Deutschland, Du lernst jemanden kennen und bekommst am gleichen Tag die Haustürschlüssel. Wir haben das zwar zuhause auch schon praktiziert aber ich glaube, dass das nicht unbedingt üblich ist.

Da wir nicht eingekauft haben suchen wir ein Restaurant zum Abendessen und landen im Fasta Pasta, einem Nudel-Fast-Food Restaurant aber gar nicht einmal so schlecht.

Samstag 3.12.2011

Am Morgen gehe ich erst einmal einkaufen. Nach dem zweiten Frühstück schauen wir uns mit Daryl Bilder aus seiner Jugendzeit an. Daryl war schon immer ein Brit-Biker. Triumph, BSA und viel Rock´n Roll haben ihn begleitet seit er 18 Jahre alt ist. Die Clique war schon gut unterwegs, allerdings haben von ca. 8 Jungs nur 3 überlebt. Selbstmorde, Unfälle und Krebs. Daryl erzählt uns noch einiges über seine Familie, dann muss er schon wieder weg da das Konzert und damit auch sein Einsatz um 13:00 wieder beginnt.

Wir verbummeln den Tag, einkaufen, essen, der Tag ist schnell vorbei und wir sehen zu, dass wir wieder nach Hause kommen um das Abendessen zu kochen.VonMelroseuber-Adelaide-8611.jpg

Sonntag 4.12.2011

Heute ist mal wieder Abfahrtstag, ich war schon einkaufen um Daryl noch einmal ein bisschen den Kühlschrank zu füllen. Zuviel hat allerdings keinen Wert, da er eh nie zuhause ist. Aber ein paar Liter Milch und vor allem sein geliebtes Veggiemite kann nicht schaden. Wir schauen noch eine DVD die ein Freund von ihm zusammengestellt hat. Viele der Jugendfotos unterlegt mit Musik aus den 60ern, verdammt gute Arbeit. Nun müssen wir aber los, wir wollen noch einige Mitglieder des Triumph Riders Club von Adelaide treffen. Der Treffpunkt liegt auf unserem weiteren Weg Richtung Melbourne. Daryl fährt seine Sprint, schade ich dachte der Bonnie zu Ehren würde er seine T110 nehmen. Nach einem Tankstop und einigen Kilometern durch die Hügel im Hinterland von Adelaide rollt hinter mir Manuela mit hilflosem Winken langsam aus. Shit happens, der Gaszug ist gerissen, ausgerechnet. Unnötig zu erwähnen, dass wir genau den nicht als Ersatz dabei haben. Wir prüfen den Reparaturkit für Züge aller Art, müssen jedoch feststellen, dass der passende Nippel hier nicht dabei ist. Da wir noch nicht allzu weit weg von Daryls Heim sind fährt er kurzerhand zurück, er hat noch einen Zug zuhause liegen. Ich baue inzwischen den alten Gaszug aus. Da ich mit der Triumph Technik nicht sehr vertraut bin, gehe ich zunächst davon aus, dass ich beide Vergaser öffnen muss, stelle dann aber erleichtert fest, dass es auch anders geht wenn man ein bisschen im „no-panic-mode“ darüber nachdenkt. Mittlerweile ist auch Daryl schon wieder eingetroffen, zeitgleich mit den Mitgliedern des TRC, die von ihm informiert wurden und sich natürlich auch gleich aus der anderen Richtung auf den Weg gemacht haben. Nach einer kurzen Begrüssungs- und Vorstellungsrunde mache ich mich daran den Zug auszutauschen. Leider ist der neue alte Zug etwas zu lang. Dem können wir mit Leitungsbindern abhelfen, funktioniert prima. Noch ein paar Fotos zusammen mit den Jungs (und einer Dame) vom TRC und Daryl begleitet uns noch in grosses Stück. Wir trinken noch einen Tee zusammen dann sind wir wieder alleine auf Tour. Bei Wellington geht es mit einer kleinen Fähre über die Mündung des Murray Rivers in den Lake Alexandrina, interessanterweise muss man dafür nicht einmal etwas bezahlen. In Meningie suchen wir uns ein schönes Motel und essen im Hotel-Pub zu Abend.P1000298.jpg

Montag 5.12.2011

Das Tagesziel heute heisst Mt.Gambier. Dort wollen wir mal wieder 2 Nächte bleiben, es gibt ein bisschen was zu sehen dort. Wir fahren lange Zeit an der Küste entlang, bei Kingston SE wählen wir die Strasse im Landesinneren, auch die Küste wird nach einiger Zeit langweilig ausserdem weht ein kräftiger Wind von dem wir hoffen, dass er sich im Landesinneren etwas abschwächt.

Mt. Gambier erweist sich als gemütliches Städtchen mit guten Cafes und Einkaufsmöglichkeiten. Wir versuchen ein Zimmer im Youth Hostel zu bekommen, da dies ein ganz besonderes ist, es ist in einem alten Gefängnis untergebracht und die Zimmer sind teilweise die alten Gefängniszellen. Das ist uns jedoch nicht vergönnt, da ein Jugendcamp das ganze Hostel eine ganze Woche lang belegt. Nun überlegen wir noch ob wir einen Caravan Park oder ein Motel anfahren, das Motel liegt gerade um die Ecke also geht es zuerst dorthin. Nun es ist so, wenn man von zwei Möglichkeiten die teurere und schönere zuerst besichtigt liegt die Entscheidung auf der Hand. Wir bleiben also im Motel, zugegebenermassen ein sehr schönes, mit Internetzugang und vor allem mit einem Barbecue Bereich in dem wir uns selbst etwas kochen können. Fürs Abendessen haben wir allerdings noch nicht eingekauft und gehen in ein Malayisches Restaurant. Während dem Essen schaue ich auf die Uhr (mit Datum) und es fällt mir wie Schuppen von den Augen, morgen ist der 6. und damit Manu´s Geburtstag . Na Gott sei Dank haben wir doch die schönere Location gewählt aber das kann´s natürlich noch nicht gewesen sein. Ich lass mir schon noch etwas einfallen, hab da auch schon die eine oder andere Idee.

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Dienstag 6.12.2011

Heute fällt das erste Frühstück aus, um 8 bin ich schon auf Einkaufstour. Zuerst mal abchecken was ich im Café auf der Hauptstrasse so alles bekomme. Na, ja zumindestens ein sehr guter und riesengrosser Cappucino ist dort zu bekommen. In der nächsten Bäckerei steht ein Geburtstagskuchen in der Auslage, der ist allerdings nicht zu verkaufen man muss einen bestellen, die Zeit hab ich natürlich nicht also muss eine andere Lösung her. Rüber zum nächsten Supermarkt, dort gibt es tolle „Happy Birthday“ Kerzen für einen Geburtagskuchen, den finde ich in einem Stück Karottenkuchen, einem der Lieblingskuchen von Manu. So nun muss es aber schnell gehen wenn Manu noch schlafen und der Cappuccino noch warm sein soll bis ich zurück bin. Schnell noch Lachs, Joghurt, Truthahnbrust und Philadelphia eingepackt, im Vorbeigehen in einer Bäckerei ein richtiges Brot mitgenommen und auf ins Café. Die Bedienung im Café bitte ich die Milch besonders heiß zu machen da ich ja noch einen etwas weiteren Weg vor mir habe. Es hat alles wunderbar geklappt und wir haben ein herrliches Geburtagsfrühstück und gehen dann zum Blue Lake der Hauptattraktion von Mt.Gambier. Der Blue Lake ist ein See dessen Farbe sich immer Anfang November von einem unscheinbaren Grau in ein strahlendes Blau wandelt angeblich ist dieses Phänomen bis heute nicht erforscht. Nach dem Blue Lake sehen wir uns noch das Umpherton Sinkhole an in dem zum Sonnenuntergang viele Oppossums aus den Felsspalten kommen sollen. Das Ganze ist natürlich touristisch schon voll ausgeschlachtet. Das Sinkhole, eine Höhle deren Höhlendach eingebrochen ist, ist weit weg von einem natürlichen Zustand. Es handelt sich eher um einen schön angelegten Garten begrenzt von zugegebenermassen beeindruckenden Felswänden. Zur Fütterung der Opposums werden Touren angeboten. Das ist nix für uns, da gönnen wir uns doch lieber ein schönes selbst gekochtes Abendessen mit einem guten Rotwein zum Abschluss des Geburtstages.VonMelroseuber-Adelaide-8641.jpg

An dieser Stelle möchte ich (Manu) mich noch einmal ganz herzlich für die vielen Geburtstagsgrüsse bedanken.

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3. Dezember 2011 6 03 /12 /Dezember /2011 12:35

Mittwoch 23.11.2011

Wir stehen sehr früh auf, da heute 600km auf dem Programm stehen. Norseman, den Einstieg in die Nullarbor erreichen wir 2,5 Stunden später, noch ein kurzer Mittagssnack und wir steigen in die Nullarbor ein. Der erste Stop ist Caiguna, die Preise auf dieser Strasse steigen auf ein unglaubliches Niveau. Auf der Strecke liegen jede Menge überfahrener Tiere, vornehmlich natürlich Kängurus, hier und da ein Emu und eine Menge anderes Getier ich denke ich konnte einen Dingo identifizieren, Schlangen, Echsen, Vögel. Hauptkiller sind sicherlich die Road Trains. Grosse Trucks mit zwei langen oder drei kürzeren Anhängern bzw. Aufliegern und einem dementsprechend langen Bremsweg. Bremsweg? Hier bremst keiner.

In Caiguna rasten auch 5 Harley Fahrer einer hat ein kaputtes Radlager am Hinterrad seiner FatBoy. Sie müssen nun 550km mit dem Begleitfahrzeug zurückfahren um in Kalgoorlie einen Trailer zu kaufen, das Moped aufzuladen und nach Melbourne zu bringen. Die Anekdote soll zeigen, was es heisst hier eine Panne zu haben. Wir hätten schon einmal kein Begleitfahrzeug.

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Donnerstag 24.11.2011

Nach den 600km gestern soll es heute nur eine kürzere Etappe von 374km sein, nächste Übernachtung ist in Eucla, kurz vor dem Border-Village zu South-Australia geplant. Hängt auch damit zusammen, daß wir unser Obst beim Früstück noch verbrauchen und nicht wegen der 12km wegwerfen wollen. In Eucla treffen wir Rob, einen Schönheitschirurgen mit Schwerpunkt Brustgestaltung (Vergrösserung bzw. Nachbildung). Er ist auf einer HD-Rocker von Brisbane nach Perth unterwegs. Normalerweise fliegt er die Strecke dieses Mal möchte er jedoch sein Motorrad mitnehmen und so hat er die ca. 4500km unter die Räder genommen.

Die Abendunterhaltung war klasse, Rob möchte nächstes Jahr die Firma besuchen, die die Implantate herstellt mit denen er arbeitet, sie liegt 250km nördlich von Paris. Er möchte in Paris eine Harley mieten und hinfahren. Da haben wir eine bessere Idee. Er mietet sie bei uns und hat ´ne richtig gute Tour. Findet er gut, mal sehen ob etwas daraus wird.

 

Freitag 25.11.2011

Wir verabschieden uns von Rob, packen unsere Sachen und nach einem Cappucino geht es los.

Unser Ziel heisst Ceduna, immerhin wieder 500km aber von Ceduna versprechen wir uns viel, da dies der Ausgang der Nullarbor ist und eine richtig kleine Stadt (angeblich). Als wir spät dort ankommen sind wir recht enttäuscht, wir checken per Telefon die Caravan Parks (das sind die hauptsächlichen Unterkünfte zu vertretbaren Preisen) und buchen uns in einem davon ein. Bevor wir dort einziehen wollen wir noch etwas essen. Wo sollte das schneller gehen als in einem Dine-in and Take-away für Pizza-Pasta, machen wir´s kurz wir haben an diesem Abend kein Essen mehr bekommen und diese Stadt wird nicht unser favourite place werden. Der Tag war dennoch klasse, da der Eyre- Highway, die Strasse durch die Nullarbor Plains am Meer entlang führt und sich an einigen Stichstrassen tolle Ausblicke auf die Küstenlanschaft bieten. Doch nicht so langweilig wie manche denken.

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Samstag 26.11.2011

Viele Kilometer, wenig essen, das hat etwas geschlaucht und so sind wir heute zunächst etwas später unterwegs. Vorher noch einkaufen, ein Zündkerzencheck und Kettenspannen auf dem Parkplatz vom Supermarkt und es geht wieder auf die Strasse. Ziel sollte eigentlich Kimba in 300km Entfernung sein. Es zeigt sich bald, dass das heute nichts wird also kehren wir in Wudinna einem wirklich kleinen Kaff 100km vor Kimba ein. Es gibt da nur ein Hotel, das ist aber ganz ordentlich, preiswert und vor allem gibt es Dinner dort. Nach dem Auspacken drehen wir noch eine Runde auf dem „Tourist Drive“. Der stellt sich schnell als eine Gravel Road allerdings in recht gutem Zustand heraus. Das sollte auch mit unseren beiden Ladies machbar sein. Belohnt werden wir mit einem riesigen Monolithen, sicher nicht vergleichbar mit dem Ayers Rock aber ganz ordentlich. Ein kleiner Trail führt uns auf den Granitfelsen Mt. Wudinna. Von dort hat man eine Wahnsinnsaussicht über den ganzen Gawler Range National Park. Das Abendessen findet in besonderer Atmosphäre statt. Es scheint der ganze Ort an langen Tischen zu Abend zu essen. Die Plätze werden desöfteren gewechselt um mit dem einen oder anderen zu erzählen. Nach dem Essen verlagert sich das ganze Richtung Bar-Room. Wir verlagern mit einer Flasche Rotwein auf unser Zimmer um noch ein bisschen Tagebuch zu schreiben.

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Sonntag 27.11.2011

Wir machen uns auf den Weg nach Port Augusta. Ich fülle noch die Reservekanister in die Tanks damit ich nicht so viel zusätzliches Gewicht mit mir herumschleppe. Scheinbar habe ich damit kopfmässig getankt und vergesse völlig, daß wir in Wudinna ja eh tanken wollten. Das alles fällt mir jäh ein als gute 50km vor Kimba dem nächsten Roadhouse die Harley unter mir anfängt zu stottern. Ich rechne nach und komme auf 300km nach Kimba seit dem letzten Tankstop, das sollte eigentlich reichen aber was ist mit der Triumph? Bei den letzten Tankstops hatte sie einen Verbrauch der recht nahe bei der Harley lag. Aufgrund des deutlich geringeren Tankvolumens müsste sie in dem Fall noch früher liegen bleiben. Na, sage ich mir nur nicht nervös werden die Distanz nach Kimba schmilzt immer weiter zusammen und beide Maschinen laufen noch. Die Triumph hat beide Benzinhähne immer auf völlig offen, heisst wenn sie stottert ist nix mehr im Tank. Noch 30km, 25km, 20km, na jetzt kann man ja schon fast laufen. Ich weiss nicht ob Manuela die Situation bewusst mitkriegt. Es kommt immer mal wieder Gegenverkehr, 15km, da kann man schon mal jemanden bitten zurückzufahren (in unserer Richtung war bisher kaum jemand unterwegs). 5Km,wenn sie jetzt ausrollen.....und da kommt das Roadhouse in Sicht. Puuh, gerade noch geschafft. Seltsamerweise hat die Triumph dieses Mal viel weniger verbraucht als die Harley. Hing wohl an der Offroadfahrt oder daran, dass gestern und heute kaum Gegen- oder Seitenwind das Fahren erschwert hat. Egal, Manuela war froh, die Benzinknappheit nicht bewusst wahrgenommen zu haben damit blieb ihr eine Menge banges Zittern erspart. Wir treffen eine Gruppe des Patriots MC. Ein Motorradklub ohne Backpatch. Backpatch tragen hier in Australien nur die grossen Motorradklubs, die Aussenstehende schon wieder Outlaw Motorcycle Gangs nennen, dabei ist Outlaw eine sehr weiter Begriff der auf den einen Club sicherlich weit mehr zutrifft als auf den anderen aber das ist bei uns in Deutschland auch nicht anders. Ausser den Patriots trifft ein weiterer Harley Fahrer in der Tankstelle ein. Chris, ein Belgier auf einer Electra Glide. Er ist auch schon eine ganze Weile unterwegs, kam in Melbourne an, ist dann auf Umwegen nach Margaret River zum HOG Treffen gefahren und möchte nun immerhin noch in den Norden fahren wo es zu dieser Jahreszeit doch sehr feucht ist. Ein Cappuccino und ein Chicken Wrap und es kann weitergehen nach Port Augusta.

In Port Augusta fahren wir schnurstracks zum „Outback Information Center“ um uns über die Übernachtungsmöglichkeiten in den Flinders Ranges zu informieren. Wir möchten und müssen mal ein oder zwei Tage an einem Ort bleiben um Wäsche zu waschen und einfach ein bisschen zu relaxen. Die letzten Tage waren doch alles mehr oder weniger lange Fahrtage. Wir entscheiden uns aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nach Melrose in die südlichen Flinders Ranges zu fahren.

Auf der Fahrt nach Melrose kommen wir durch eine Landschaft sanfter Hügel (endlich mal wieder mehrere tolle Kurvenkombinationen, die ersten seit 2000km). Der Ort ist sehr übersichtlich aber auch genau wie der Loose Reiseführer beschreibt sehr gemütlich. Wir mieten uns im Caravan Park in einer Cabin ein und beschliessen den Abend bei einem tollen warmen Prawn-Salad und einer grossen Schüssel Potato Wedges.

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28. November 2011 1 28 /11 /November /2011 03:05

Donnerstag 17. November

IMG 8259Die Schauer sind da. Wir können zunächst einmal gemütlich frühstücken, dann gehen wir Richtung „Jetty“, so nennt man hier die Pier (also der Steg) der ins Meer hinaus geht. Er ist 1,8km lang und wurde in mehreren Stufen zur heutigen Länge ausgebaut. Begonnen hat man damit um das hier geschlagene Holz auf die Schiffe in der Bucht zu laden. Wir sind gerade mal auf der Hälfte angekommen wird es über dem Meer total neblig. Wie sich kurze Zeit später herausstellt ist es ein Nieselregen, gepaart mit dem ohnehin starken Wind eine grauslige Angelegenheit. Wir versuchen in einen eigentlich extra dafür vorgesehenen Unterstand zu flüchten aber der Planer oder Designer dieser Unterstände war eine echte Niete. Die Abschattungen sind so angebracht, dass der Wind fröhlich das Wasser durchtreibt, direkt auf unsere Hosen und ein Streifen auf Schulterhöhe, na danke, gut gemacht. Es hilft nix, wir müssen zurück, als es etwas nachlässt starten wir und sind trotzdem ganz schön nass bis wir wieder am Strand ankommen. Die Gore-Tex Jacken sind klasse, haben aber einen entscheidenden Nachteil, sie haben keine Kapuzen. Gott sei Dank ist gleich am Ortseingang das kleine Eiscafe mit Segafredo- Espresso, unser absoluter Favorit unterwegs und so gibt es erst mal einen grossen Cappuccino bevor es weitergeht. Aufgrund der gerade gemachten Erfahrung gehen wir in ein Sportgeschäft und fragen nach wasserdichten Mützen Hüten oder ähnlichem. Nee, so was hätten sie nicht aber wir sollen doch mal im Surfladen schauen. Na, ob die Jungs Mützen aufhaben bzw. es sie interessiert ob diese wasserdicht sind darf bezweifelt werden. Die Surfer sind eh schon alle rechte Freaks und extrem easy going, erkennt man schon daran, dass in grossen Buchstaben Open from 9am – 4pm steht um 3:30 Uhr der Laden aber schon dicht ist. Wahrscheinlich war grad ´ne gute Gelegenheit zum Surfen. Wir peilen nun unser letztes Ziel für heute an. Es handelt sich um die wohl älteste Steinkirche vom Südwesten Western Australiens. Zugegeben einen ziemliche Einschränkung. Die ältesten Gräber um die Kirche datieren um 1838. Für Australier sind dies schon fast die Anfänge ihrer Zeitrechnung. Manchmal denkt man vorher existierte der Kontinent gar nicht.

 

Freitag 18.11.2011

Eigentlich sollte das Wetter genauso wie gestern werden, aber das sieht nun mal gar nicht so aus. Blauer Himmel und Sonnenschein schon früh am Morgen. Also raus und wie geplant nicht so spät starten heisst bei uns immer noch nicht vor 10:00. Wir fahren zunächst einmal Richtung Cape Naturaliste, eine Küstenstrasse ohne daß man die Küste tatsächlich sehen kann. Zwischen Strasse und Küste befinden sich eine ganze Reihe Feriencamps aller möglichen Konfessionen. Ja, richtig gehört, damit keiner auf dumme Gedanken kommt bieten die Kirchen Feriencamps für die Familien der entsprechenden Glaubensrichtung an. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Am Cape Naturaliste angekommen wandern wir etwas durch die dortige Küstenlandschaft. Wir haben und den Whale-Watching Track ausgesucht. Mit dem 450mm Tele sollte es doch wohl gelingen einen Wal zu fotografieren. Wie er aus dem Wasser springt, mit der Schwanzflosse winkt etc. Heraus kommen ein paar Bilder mit viel blauem Wasser, etwas weniger blauem Himmel und noch weniger Wal, genauer gesagt ein schwarzer Punkt im Blau. Also zurück aufs Bike und auf der Tourist Route an vielen Weingütern entlang südwärts Richtung Augusta. Überall begegnen einem Gruppen von Harley Fahrern vorwiegend auf neuen weitgehend originalen Twin Cams. Eine Evolution gilt schon als Oldtimer, Shovelheadfahrer eher als Freaks. Grund für die hohe Harley Dichte ist das jährliche Harley Owners Group kurz HOG Treffen für Australien. Dazu später mehr. Wir rollen mittlerweile auf den Parkplatz am Prevelly Beach DEM Surfplatz an dem vor einigen Jahren die Weltmeisterschaften im Windsurfing ausgetragen wurden. Wir treffen....natürlich wieder auf eine Menge Harley-Fahrer aber auch auf ein paar Surffreaks. Die erklären uns zunächst warum sie hier warten und noch nicht surfen. Gefährlicher unbeständiger Wind und so, ….but hey man, we are waiting here until the wind change, if he doesn´t, no worries it´s not a lost day, the sun is shining. Wow, das ist cool.

P1000085.jpgWir wollen jetzt noch kurz beim HOG Treffen im normalerweise beschaulichen Margaret River vorbeischauen. Was heisst normalerweise, auch jetzt sind die Harley Fahrer eine recht überschaubare und sehr zivilisierte Menge. Viele sind auf Tour, einige Motorräder stehen in der Hauptstrasse am Bürgersteig. Alles in allem sollen ca. 2000 Harleyfahrer hier sein, also kein Vergleich mit einer Superrally, Hamburg oder gar Faak. Ich denke da eher so an Mainz und selbst da sind es glaube ich deutlich mehr.

P1000088.jpgSo zieht es uns zunächst einmal auf das Festgelände um zu sehen was dort so geboten wird. Zugegebenermassen nicht sehr viel denn es ist Nachmittag und wie gesagt alles auf Tour. Wir kommen mit einem Redakteur von OZ Bikes dem australischen Easyrider Magazin ins Gespräch und er wittert natürlich eine Story. Ihr seid aus Deutschland? Und wo sind Eure Bikes? Auf dem Parkplatz. Na da müssen wir hin er möchte ein paar Fotos und ein paar Informationen zu unserer geplanten Tour. Mal sehen vielleicht macht er tatsächlich eine Story draus. Wir lernen noch ein paar nette Menschen, darunter Gryphi aus Adelaide kennen. Eine etwas ältere HOG-Lady die aber extrem gut drauf ist. Eine Einladung nach Adelaide folgt auf dem Fuße und wir werden sicher bei Ihr vorbeischauen. Am Parkplatz-Eingang hat ein Schweizer Dienst, ein Schweizer? Ja er begrüsst uns in astreinem Schwyzerdütsch ist aber schon 40 Jahre hier in Oz. Reist jedes Jahr für einige Wochen in die Schweiz zum Skifahren.

Durch die interessanten Gespräche fahren wir deutlich später zurück als geplant und kommen in die Dunkelheit. Unangenehme Sache hier in Oz wegen des ganzen Viechzeugs auf der Strasse, vornehmlich Kängurus aber alles geht gut nur meine Essenzeit verrutscht mal wieder.

 

Samstag 19.11.2011

Wir kommen mal wieder richtig spät weg. Ich war noch Wasser und einen Trichter zum Öleinfüllen für die Triumph holen. Das hat alles etwas verzögert und so starten wir gegen 11:30 Richtung Walpole.

IMG_8296.jpgÜber Nannup geht es zunächst nach Pemberton, einer kleinen Holzfäller Siedlung, ehemalige Holzfäller Siedlung muss man glaube ich sagen. Heute steht hier zwar noch ein Sägewerk, das erste was aber ins Auge fällt sind zwei Restaurants für die Touristen die hier manchmal Busweise durchkommen. Es gibt Marron und Trouts, Marron sind ähnlich den Hummern, leben jedoch im Süsswasser. Trouts sind einfach Forellen. Beides scheinbar absolute Spezialitäten dieser Region jedoch stehen die Marrons Ihren Salzwasser Pendants im Preis in nichts nach und so bleibt es bei einem einfachen Cesar Salad mit gerauchter Forelle als Mittagessen. Wir schlendern noch etwas durch das recht idyllische (oder auch nur einfache) Dorf als mit Blaulicht und heulender Sirene ein Polizeiwagen durchs Ort schiesst. Doch nicht so idyllisch, das Böse ist immer und überall.Die Touristeninformation sieht in Walpole nicht sehr viele Zimmerangebote (zumindest nicht nach unseren preislichen Vorstellungen) und so entscheiden wir uns für ein Motel, das jedoch warnt, dass ein Konzert stattfände und es bis 23:30 recht unruhig werden könne. Egal so alt sind wir ja nicht, was ist es denn für ein Konzert fragen wir. Keine Ahnung, irgendeine Rockband. Der Weg von Pemberton nach Walpole führt durch wunderschöne Karriwälder, die am höchsten wachsenden Harthölzer findet man nur in Western Australien. Die Bäume können bis zu 100 Metern hoch werden. Eine Fahrt durch diese Wälder gleicht einem Gang durch eine Kirche. Wie Säulen stehen die Bäume auf beiden Seiten der Strasse. Die Band stellt sich als eine Art Girlie-Nirwana-haste-nicht-gesehn Band heraus. Die Band hört man in unserem Zimmer kaum, dafür jedoch die Nachbarn.

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Sonntag 20.11.2011

Das Zimmer war übel, die Nachbarn Gothics-Mädels (die aber ihr Schmusekissen von zu Hause mithatten) aber das Frühstück das wir in diesem Kaff hatten war das Beste seit wir in Australien sind. Vor allem der Cappuccino war erste Sahne. Ein kleines Cafe mit „Asian Cuisine“ aber betrieben von Locals hat den gezaubert. Heute wollen wir nur bis Albany um am Montag beim dortigen HD-Händler noch einmal 50er Öl für die Nullarbor Route zu bunkern. Dazwischen liegt das Valley of the Giants. Ein Naturpark mit den grössten Bäumen Australiens, eine Mischung von Karri- und Tinglebäumen.

IMG_8363.jpgAlte und große Bäume sind unsere Passion, sie strahlen eine solche Kraft und Ruhe aus, daß es uns sehr viel gibt einfach nur dazustehen und sie anzuschauen bzw. in hrer Nähe zu sein. Die Nacht verbringen wir im Albany´s Backpacker. Die jungen Leute dort kochen am Abend was das Zeug hält. Die Nacht ist sehr ruhig. Diese Erfahrung werden wir noch des öfteren machen. Die Backpackers oder Youth Hostels legen grossen Wert auf die Nachtruhe ab 22:00.

 

Montag 21.11.2011

Die Küche sieht heute morgen aus wie ein Schlachtfeld, es ist schon schwer einen Platz zum Abstellen einer Kaffeetasse zu finden. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Der Backpackers Chef räumt den Kram und den Abfall in aller Ruhe weg, alle Achtung ich würde da austicken.

P1000111.jpgWir frühstücken etwas Toast und machen schnellst möglich den Abflug um beim Harley Händler das Öl mitzunehmen und weiter Richtung der Nullarbor Plain zu fahren. Beim HD Offiziellen gibt es erst mal lange Gesichter, 50er Einbereichsöl haben die nicht. Wofür das denn wäre? Wofür wohl, für eine alte Shovelhead. Eine was...? Ach so! Nein haben wir nicht. Vielleicht der Ölspezialist um die Ecke. Der hat es aber auch nicht. Alles was er uns anbieten kann ist 40er Öl, na ja besser als nichts, mit dem Additiv „Stop Fume- For Worn Engines“ sollte es gehen. Die Bonnie braucht eben min. 1l Öl auf 1000km und über die Nullarbor sind es von hier bis Adelaide ,wo sicher wieder 50er Öl zu bekommen ist, ca. 2500km. Nun kann es weiter Richtung Norseman gehen. Wir werden noch von zwei Kiwis angesprochen. Sie sind gerade über die Nully gekommen. Sie fahren eine R100GS und eine K1200RT. Speziell der K-Fahrer findet die Nullarbor das übelst langweilige was er je in seinem Leben getan hat. Noch ein bisschen Small Talk, die beiden sind wirklich nett, dann müssen wir aber los. Aufgrund des verzögerten Aufbruchs kommen wir heute nur noch bis Ravensthorpe, mieten uns dort in einem nicht mehr ganz frischen Motel ein dessen Besitzerin entweder etwas angeheitert, leicht stoned oder irgendwie anders unterwegs ist. Egal der Platz ist gut, noch eine kurze Kettenpflege (warum können die Kisten keinen Kardan haben?) dann gehen wir ins Hotel in die Ortsmitte um zu Abend zu essen. Klasse Lammkoteletts mit richtigem Kartoffelbrei und Gravy (einer braunen Sosse die man mit der Gabel essen kann). Wir helfen noch einem Aussie der gerade mit den Kumpels das Feierabendbier geniesst die SMS seiner neuen deutschen Freundin zu übersetzen. Er muss sie schwer beeindruckt haben, sie ist aber sicherlich auch schwer beeindruckt, dass er die SMS direkt übersetzt (was seine Hausarbeit gewesen wäre ) wieder zurückschickt. Job done! Wir gehen ins Bett.

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Dienstag 22.11.2011

Heute morgen erzählt uns unsere Motelnachbarin, dass Esperance der schönste Ort Australiens wäre und wir uns diesen unbedingt anschauen müssten. Und wenn wir sonst zu Nichts Zeit hätten sollten wir zumindest den Great Ocean Drive durchfahren. Esperance bekam tatsächlich die Auszeichnung „Best Beaches from Australia“. Also Plan mal wieder über den Haufen geworfen und Abfahrt nach Esperance genommen. Der Great Ocean Drive steht den Beschreibungen unserer Zimmernachbarin in nichts nach. Die Strasse ist der Hammer, die Strände weiss mit türkisblauem Wasser und roten Felsen, wir fahren den Drive einmal hin und wieder zurück, das könnte man auch locker ein weiteres Mal tun. Die Nacht verbringen wir mal wieder im Youth Hostel direkt an der Waterfront. Da wir natürlich nicht in einem 6-Betten Dorm schlafen möchten nehmen wir generell Doppelzimmer, diese kosten dann auch schon zwischen 60 und 70 $. Hier sind es die 70, die Waterfront machts.

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17. November 2011 4 17 /11 /November /2011 14:03

 

Freitag 4. November 2011

 

Abflugtag. Wie zu erwarten, war dies ein hektischer Tag (der es sicher so schon gewesen wäre) verstärkt durch Problematik der Anlieferung meines Schlafkeils der Fa. Zölzer. Als gegen 11:00 noch weit und breit kein Schlafkeil in Sicht war rief ich bei Fa. Zölzer an um sicherzustellen, daß dieser auch wie zugesagt am Mittwoch abgeschickt worden war. Am Telefon hatte ich einen völlig aufgelösten Sachbearbeiter, der mir erklärte mich den ganzen Tag (er war ja nun noch nicht so lange) schon erreichen zu wollen um mir mitzuteilen, daß mein toller Schlafkeil aufgrund fehlender Hausnummer vom Paketdienst wieder nach Worms zurücktransportiert worden war und nun dort der Abholung harrte. Klasse, Worms, wer sollte denn da nun hinfahren. Mein Vater bot sich an, war er doch schon den ganzen Morgen am umherfahren um verschiedenste Dinge für uns zu erledigen. All die Telefonate mit dem Paketdienst ob das Paket nun zur Abholung bereit lag oder ob es irgendwie noch etwas näher zu uns gebracht werden konnte nahmen ebenfalls noch einige Zeit in Anspruch. Wir hatten schon ein sehr schlechtes Gewissen, da auch meine Mutter für uns unterwegs war Tankrucksack vom Schneider besorgen etc. Auf der Harley hatte ich gute Erfahrungen mit dem Held-Magnettankrucksack gemacht, wollte aber auf die tolle breite Kartentasche von Touratech nicht verzichten also liess ich kurzerhand Klettbänder auf die Klarsichtfolie des Held nähen um die TT-Tasche aufzukletten. Kurzer Dialog mit dem Schneider, ….nein nicht so rum auf die Tasche nähen sondern anders herum...Der Schneider: hmmm ja, ja, und dann.....doch falsch rum draufgenäht. War nun nicht mehr zu ändern, auch in Australien soll es Schneider geben. Es war mittlerweile nach 5 Uhr und höchste Zeit zum Aufbruch nach Frankfurt, bei Darmstadt noch den Firmenwagen zurückgegeben und Punkt 19:00 standen wir in der Abflughalle. Und dann ging alles ganz schnell. Einen kurzen Kaffee, Verabschiedung von den Eltern und schon sitzen wir im Flieger. Das Abenteuer kann beginnen.

 

 

Samstag 05. November 2011

 

Der Flug nach Bangkok war relativ kurzweilig, hinsetzen, essen, vor lauter Erschöpfung einschlafen, mit einigen Verspannungen aufwachen, essen, aussteigen. Auffallend war, daß die thailändischen Stewardessen ihr Lächeln irgendwann kurz nach dem Start verloren haben und es bis Bangkok nicht wieder fanden. Die sprichwörtliche thailändische Freundlichkeit haben wir auch während des kurzen Aufenthaltes nicht wirklich kennengelernt. Klar, Bangkok ist ein Moloch und vielleicht auch schon etwas vom Tourismus versaut.

 

Sonntag 06. November 2011

Den Tag haben wir mehr oder weniger verbummelt. Lange gefrühstückt und danach mit dem Skytrain zum Shopping Center MBK (muß man mal gewesen sein, auch als Nicht-Shopper wie Manu). Haben dann allerdings doch ein paar Kleinigkeiten wie die vergessenen Kabelbinder zur Sicherung der Reisetaschen und eine V2A Müslischale gekauft. Das Essensangebot dort ist allerdings der Hammer. Es gibt kaum etwas, was dort nicht angeboten wird. Das reicht von frittierten Garnelen als Snack zwischendurch über amerikanische Steaks und indische Curries bis zum Wiener Schnitzel, thailändische Spezialitäten nicht zu vergessenen. Ein Paradies speziell für Robert.

Nachdem uns schon fast schwindelig war vor lauter Angeboten, besseren Angeboten und noch besseren Angeboten flüchteten wir zum Hard-Rock Cafe um die Ecke. Dort musste es natürlich der obligatorische „Hard Rock Hurricane Drink“ sein. Wie wir das Glas nach Hause bringen würden war keine Frage, das haben wir schon immer irgendwie geschafft. Das hochgelobte Abendprogramm konnten wir aufgrund unserer frühen Abreise am nächsten Morgen leider nicht mehr erleben. Schade eigentlich.

P1000006.jpgVorm Eingang des Hard Rock gabelt uns ein Tuk-Tuk-Fahrer auf. Hey, man do you ride HD? Sah man am T-Shirt (manmuss jedoch zugeben, daß er schon ein sehr geschultes Auge hatte, denn es stand ja nur „Shovelhead A Spirit of Adventure“ über einer Abbildung eines Shovelhead Motors darauf). Yes, man. Greeeaat, man do you want a HD jacket? No sir, I ride the bike don´t need a fake jacket. Wir haben uns dann natürlich einfangen lassen, da wir eh Bangkok nicht verlassen wollten ohne einmal Tuk-Tuk zu fahren. Mit der vielfachen Versicherung keine unplanmässigen Stops einzulegen starten wir Richtung Hotel bzw. zu einem Thai-Restaurant gegenüber welches auch von Thais besucht werden würde. No Stops ging voll ok aber wenn jemals ein Thai in diesem Restaurant isst dann ist er entweder reich oder verwandt mit dem Besitzer. So what, es war nicht wirklich schlecht und so war der Abend dadurch kaum beeinträchtigt.

Solange Manuela unter der Dusche steht gehe ich noch einmal zur Skytrain Station um abzuchecken wie das morgen früh genau abläuft, welchen Bahnsteig wir nehmen müssen und um auch schon die Tickets zu kaufen. Ich laufe recht langsam damit ich gut abschätzen kann wie lange man mit Gepäck benötigt um zur Station und nach oben zu laufen (hört sich nach übertrieben penibler Planung an, ist es auch, ich hoffe, dass ich das im Laufe der Reise noch ablegen kann) Genutzt hat´s wenig. Die Angestellte hinter dem Ticket-Schalter erklärt mir, daß ich a.) dieTickets nicht vor morgen früh kaufen kann, ich aber b.)ohne Tickets auch nicht auf den Bahnsteig kann und versucht mich damit zu beruhigen, daß der Schalter doch 10 vor 6 öffnet und der Zug erst um 6:00 abfährt. Das mit der Beruhigung klappt natürlich ganz und gar nicht, da ich schon 50 Reisende vor mir stehen und den Zug vor unserer Nase wegfahren sehe. Heisst früh genug am Schalter sein, heisst auch schnellstmöglich unter die Dusche und ab ins Bett.

 

Montag 7. November

4:30 klingelt der Wecker, das Handy und der Weckruf des Hotels, in diese Reihenfolge, man muss ja auf Nummer sicher gehen. Also raus, kurze Katzenwäsche und los geht’s. Am Bahnsteig zunächst die Ernüchterung, ganz unten an der ersten Treppe hängt ein Schild „We open at 5:50“. Wir sind nicht die allerersten aber alle anderen lümmeln verstreut in der Gegend herum. Also gleich die Gelegenheit genutzt und sich ganz vorne an der Treppe positioniert. Es wurden dann verschiedenste Tragepositionen ausprobiert mit denen man schnellst möglich die Treppen hochsprinten konnte, was man so sprinten nennt mit 38kg Gepäck am Bein. Der Plan sah so aus, daß ich loslaufen und Manuela mit den beiden Touratech-Taschen die anderen aufhalten sollte. Hat auch soweit geklappt, bis auf die Tatsache, daß die Thailänder viel zu höflich wären um wirklich zu drängeln.

Den Zug hatten wir also geschafft, die Fahrt war sehr interessant, da man viele sehr ernüchternde Ausblicke auf Bangkoks verschiedenste Wohnviertel hat die dann so anders aussehen als quirlige und geschäftige Innenstadtbereich. Wohnanlagen oder Einzelhütten aus Wellblech, leerstehende Wohn und Fabrikgebäude die völlig marode sind und langsam zerfallen. Ein Zuggleis, das scheinbar aufgrund des Skytrains kurzerhand stillgelegt wurde und nun völlig von Grünpflanzen überwuchert wird. Wäre ja nun nichts so besonderes wenn nicht ein gesamter Zug noch draufstehen würde und mit zuwächst. Das sieht dann schon sehr beeindruckend aus und wir hoffen, daß niemand mehr drinnen sitzt. Von alledem kann man jedoch keine Bilder machen, da der Zug von aussen komplett mit einer halbdurchlässigen Werbefolie beklebt ist. Von aussen tut man sich schon schwer zu erkennen wo sich die Türen befinden.

Wir steigen also aus und die Gänge sind recht leer, keinerlei Anzeichen für das was nach dem Betreten der Abflughalle über uns hereinbricht. Thai hat zwar sehr viele Schalter aber auch extrem viele Flüge und Fluggäste. Schnell wird klar, dass die Zeit im Normaldurchlauf nicht reicht, nach ca. 20 Minuten läuft ein Angestellter mit der rettenden Tafel vorbei auf der Perth geschrieben steht und ruft etwas Unverständliches und tatsächlich können wir alle überholen. Aber um einen Gang herunter zu schalten ist keine Zeit, wir sind immer noch verdammt spät dran. Wir hetzen zum Sicherheitscheck und warten in einer Schlang, geschafft, weiter zur Passkontrolle und warten in einer Schlange, die Nervosität steigt und endlich liegen alle Kontrollen hinter uns, jedoch ein nicht enden wollender Weg zum Gate vor uns. Schweissgebadet und unter Manuelas ständigem Fluchen und der Beteuerung in Zukunft immer 2 Stunden vorher am Flughafen zu sein erreichen wir das Gate. Im Flieger ist dann erst einmal Tiefenentspannung angesagt. Der Flug dauerte zu unserer Überraschung nur knappe 7 Stunden. Wir freuten uns schon auf ein sonniges Perth. Bei der Landung registrierten wir allerdings einige Pfützen auf der Landebahn. Na ja, ein kurzer Schauer, muss ja auch mal sein. Bei der Passkontrolle stehen wir mal wieder in einer Schlange, aber alles läuft easy. Beim Zoll erwischt es uns dann, die Pakete von „Travel Lunch“ erregen die Aufmerksamkeit des Zolls, was zwar zu erwarten war, wir dachten jedoch, daß die Beamten erkennen was mit diesem Zeugs so alles angestellt wurde bevor es in die Aluminium Tüten kam und damit klar ist, daß rein gar nichts darin überleben konnte. Weit gefehlt, „there´s eggs inside“ alle Erklärungen zum Herstellprozess und zur Notwendigkeit fruchten nicht, meine Notfall-Rationen wandern in den Zoll-Müll. Shit happens. Draussen regnet und stürmt es, na klasse. Der Mietwagen lässt auch auf sich warten, es ist trotz Buchung absolut nichts verfügbar. Dann nach 45 Minuten die Info, wir bekommen ein Upgrade, möchte ich eigentlich nicht weil grosse Autos in der Stadt unhandlich sind und mehr Sprit brauchen. We proudly can offer you an Audi A3 Sportsback.....überedet.

Wir fahren in unser B&B in die Kalamunda Hills und da läuft alles wundebar, schönes Haus angenehme Wirtin, passt.

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Mittwoch 9. November

Die beiden Nächte im Rosebridge House vergehen viel zu schnell und wir würden gerne noch eine Nacht verlängern aber leider ist das Haus mit nur 4 Zimmer schon für die nächsten Nächte ausgebucht also nehmen wir wieder Kontakt mit unseren Internet-Bekannten in Perth auf und verabreden uns für den Abend in der Stadt.

Tony treffen wir zunächst in seinem Büro in der Stadt wo wir auch Ty treffen wollten. Tony ändert die Absprachen kurzerhand und wir wechseln die Location. Das King Street Cafe ist ein sehr schönes Restaurarant mit angenehm warmem Ambiente und Kuchen wie „Death by Chocolate“ oder „Monster Banana Cake“. Es gibt gute Cappucinos und später Prawns (die grossen Monster Scampis) auf Fettucini, die Unterhaltung dreht sich in erster Linie ums Reisen und wie es nun mit unseren Motorrädern weitergeht. Nach dem Essen geht es zu Ty wo wir die nächsten Tage (mehr als geplant wie sich später herausstellen wird) untergebracht sind.

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Donnerstag 10.November

Unsere Motorräder sind abholbereit, die Prozedur vor der uns schon so viele gewarnt haben kann beginnen. Wir müssen zunächst einmal zum Shipping Agent vor Ort. Dieser sitzt nicht wie vermutet im Hafen sondern zufälligerweise gerade um die Ecke von Ty´s Haus. Wir freuen uns...noch. Dort dann der erste kleine Wermutstropfen (es sollten noch einige Flaschen dazukommen). 800$ anstatt der von Intime dem deutschen Frachtunternehmen genannten 500$. Wir bekommen die benötigten Papiere um die Zollprozedur zu starten. Also raus zum Flughafen zum Zoll. Relativ unentspannt betreten wir das Gebäude, hatten uns doch einige dringend empfohlen einen sogenannten Customs-Broker zu engagieren der uns durch den Prozeß Zoll und Quarantäne begleitet. Und dann.....alles easy Mates, Carnets abgegeben und 15 Minuten später wieder mit dem Gruß „see ya mates“ zurückbekommen. Wir sollten später feststellen, daß er uns gar nicht mehr sehen wollte, ist eben so ein Gruß. Ab zur Quarantine, kleiner Small Talk und die Papiere waren fertig, ein Telefonat mit einem Quarantine Officer um einen Termin zu vereinbaren und die Sache war erledigt. Customs Broker....netter Versuch, das Geld kann man sich wahrhaftig sparen.

Der erste Termin wäre sogar schon heute möglich gewesen aber das wäre sehr knapp geworden, wir gingen davon aus, daß wir die Motorräder zunächst ja auspacken müssten. Also morgen um 13:45.

 

Freitag 11. November

Der Freitag beginnt entsprechend relaxed, wir wissen ja nicht was noch kommt. Die Jungs vom Warehouse sagten uns wir können frühestens 1 Stunde früher im Lager sein um die 180 Schrauben zu entfernen. Als wir beim Warehouse ankommen sagt uns der Chef, ohne den Quarantine Officer ginge gar nichts. Nicht einmal sehen könnten wir die Boxen. Klasse, dann sollen sie eben solange daneben stehen bis wir die Verpackung entfernt haben. Wir haben alle Werkzeuge mit uns, inklusve 2 Akkuschraubern von Ty und Tony. Interessanterweise hatte bei beiden der Bit T20 gefehlt, genau der den wir benötigten. Da genug Zeit war hatten wir diese noch beim Werkzeughandel besorgt. Beim australischen Shipping Agent mussten wir noch unsere Rechung bezahlen und bekamen die Quittung zum Auslösen der Motorräder (dachten wir). Dann wieder zum Warehouse welches auch nur um die Ecke ist, alles so nah, das ist ja klasse (dachten wir)

Als die Quarantine Officers (2) ankommen läuft wieder alles sehr relaxed ab, die Jungs, beide etwas älter) kommen mit uns zu den Boxen, sehen die vielen Schrauben und setzten sich erst einmal auf eine Kiste da sie sehen, das dauert länger. Aufgrund der rundum geschlossenen Kartons müssen alle Schrauben raus, das verstehen sie. Wie denn das mit den Deckeln wäre, fragen sie. Die kann man einfach aufmachen sag ich. That´s allright mate, let´s have a look inside. Wir den Deckel geöffnet , und nach einem Blick ins Innere mit Taschenlampe ist das Ding gelaufen....häh, ja so war das.

Und... the trouble starts now. Die Jungs der AQIS (Australian Quarantine Inspection Service) verabschieden sich und wünschen uns eine tolle Reise. Die Männer vom Warehouse sind da einen ganz andere Nummer. Keine Chance die Kisten in der Halle zu entpacken, nein auf den Hof stellen sie sie uns auch nicht, auch nicht vor´s Tor an den Strassenrand, wir müssen mit einem Fahrzeug kommen, bekommen die Kisten aufgeladen und können sie dann mitnehmen. Boom, der Schlag in die Magengrube sitzt. Angebote, Diskussionen nichts nützt. Ein paar hektische Telefonate später ist klar wir stehen vor einem echten Showstopper. Die HD Kiste ist zu gross und schwer für einen kleineren Lkw da man sie nicht quer über die Hebebühne aufladen kann, ein bisschen schräg und so weiter ist nicht. Wie wir später herausfinden hängt alles an Versicherungen, wer muss bezahlen wenn etwas passiert. Wir müssten für 600$ am Montag einen grossen Truck organisieren hätten aber immernoch keinen Gabelstapler zum Entladen. Tony läuft nun zur Hochform auf. Startet vom Büro in der Innenstadt, raus zu uns mit dem 4WD, auf dem Weg einen Trailer gemietet (nix bezahlt nur den Führerschein hinterlassen) und stand 10 Minuten vor Feierabend auf dem Lagergelände. Boxen aufgeladen, befestigt (ein dicker Gurt über beide) und ab dafür. Mittlerweile erreicht uns ein Anruf von Ty der ein paar alte Connections zu einem Unternehmen reaktiviert hat auf dessen Gelände wir die Boxen entladen, entpacken und verschrotten können. Alles im Umkreis von 3km...aber wir haben 45 Minuten Zeit die Motorräder auszupacken zusammenzubauen und vom Gelände zu fahren. Zu viert klotzen wir ran, Tony in Nadelstreifen Hosen und Business Hemd. Wow, Punktlandung. Als die Bikes bei Ty in der Garage stehen können wir noch gar nicht glauben daß es geschafft ist. Den Abend lassen wir ruhig zu Ende gehen. Ty´s Kids sind übers Wochenende hier, wir bestellen Pizza öffnen noch eine Flasche Wein lernen Jacky, seine Freundin aus Venezuela kennen und fallen ziemlich groggy ins Bett.

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Samstag 12. November / Sonntag 13. November

Das Wochenende verbringen wir mit verschiedenen Besorgungen, die wir noch benötigen. Die Motorräder wurden noch vom Konservierungsöl befreit und noch einmal gecheckt. Dabei stellt sich heraus, dass das Gabelöl welches schon beim Auspacken auffiel weiter austritt. Sch..happens. Ich prüfe mit einer Lampe woher es herkommen könnte, sehe keinerlei Spur aus der Ablassschraube und bin sicher es kommt von innen.

Am Abend fahren wir mit Ty und Jacky nach Northbridge, dem Vergnügungsviertel (Bars, Clubs und Restaurants) in Perth. Ty mit der Hayabusa wir zusammen auf der Harley. Wir treffen zwei Kunpels von Ty die ebenfalls mit den Motorrädern unterwegs sind und sitzen eine Weile vor einem Cafe beim Small Talk aber hauptsächlich zum Beobachten. Unglablich wie das Publikum, vornehmlich weitaus jünger als wir so unterwegs ist. Die Mädels aufgebrezelt mit High Heels, kürzesten Röcke (ein Bewegungstraining wäre für die meisten nicht schlecht um auf den Beinen zu bleiben), die Jungs verspiegelte Sonnenbrillen, so cooool. Danach in den Kings Park von wo aus man einen tollen Blick auf die beleuchtete Stadt hat.

Am Sonntag war Motorräder packen angesagt. Sch.. das Gabelöl tropft immer noch.

 

Montag 14. November

Heute morgen geht es los einen Wagenheber zu organisieren um das Vorderrad der Triumph auszubauen. Da ich realisiere (wusste ich natürlich schon vorher dachte aber nicht es so früh zu brauchen), dass ohne Wagenheber nichts geht wenn nur Seitenständer vorhanden sind, entschliesse ich mich schweren Herzens einen kleinen „Bottlejack“ zu kaufen. Dabei geht es nicht ums Geld sondern ums Gewicht. Beim Autoladen haben sie dann noch einen richtig grossen Heber zum Ausstellen (sieht sehr gebraucht aus), ich frage ob wir uns den ausleihen können und der Deal ist schnell perfekt. Nach dem Ausbau des Vorderrades stellt sich heraus, dass es doch nur die Ablassschraube war, that´s life (nein eher Robert).

Nun geht es noch um die „Third party insurance“ wir muessen zumindest dafür sorgen, dass wir soweit abgesichert sind, dass die Verletzungen und medizinische Behandlung von Unfallopfern abgesichert sind. Dazu müssen die Bikes registriert werden und dazu ist wiederum eine „Inspection“ notwendig, so etwas wie ein kleiner TÜV. Das müssen wir morgen erledigen.

 

Dienstag 15. November

Es ist wie bei „Und ewig grüsst das Murmeltier“, wir denken jeden Tag, dass wir Perth verlassen können es kommt jedoch immer wieder etwas dazwischen. Die Registrierung und Inspection nimmt geschlagene 4 Stunden in Anspruch. Danach ist klar, dass wir auch heute nicht fahren werden. So sorry, Manuela hatte schon die Betten abgezogen. Wir also danach noch zum RAC (ADAC) wegen weiterer Versicherung bzw. so etwas wie einem Schutzbrief. Ty und ich diskutieren das für und wieder der Versicherungen und wieviel Versicherung man benötigt, Ende vom Lied ist, wir verlassen den RAC ohne weitere Versicherungen und ohne Schutzbrief. Aber wir kaufen auf dem Weg zurück noch ein Abschleppseil, für alle Fälle. Noch eine kleine Bildersession vor der Skyline von Perth und ein gemeinsames Abendessen im Pub (was sich als recht nobles Restaurant herausstellte) beschliessen den Abend.

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Mittwoch 16. November

Heute ist Abfahrtag, no excusions. Und so kommt es auch, um 11:30 verlassen wir mit Ty das Haus und starten Richtung Margaret River. Vorbuchung von Unterkünften stellte sich als schwierig heraus, da guter Eindruck, gutes Rating und guter Preis schon ausgebucht waren entschliessen wir uns vor Ort zu suchen. Wir kommen bis Busselton und die Suche vor Ort ergibt ein schönes gemütliches B&B. Dies führt zur Entscheidung gleich zwei Nächte zu bleiben, für morgen sind Schauer angekündigt.  

 

 

 

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2. November 2011 3 02 /11 /November /2011 21:59

Noch zwei Tage bis zur Abreise und noch sch...viel zu tun. War eigentlich ganz anders gedacht. So relaxt auf die gepackten Sachen schauen und sich auf den Abflug freuen. Aber.... Carnets holen in Karlsruhe, kurzer Halt beim alten Louis für ein paar Kleinteile, dann noch bei Markus und Ellen vorbeischauen, sie leihen uns freundlicherweise ihr Peli-case, eine LKW-überfahrtaugliche Verpackung für unseren Mac.Wasserdicht stossfest etc. Schaun wir mal, da er Karlsruhe-Kappstadt überlebt hat wird er wohl auch unsere Minitour überstehen. Danach zur Bank weil schon wieder blank, Vollmachten organisieren und weiter zum Computershop, zum Harley-Dealer etc. Warum wir das alles nicht früher gemacht haben? Was für´ne Frage, weil wir eben so sind und weil nicht immer alles nach Plan läuft.

Am Abend noch echte Lichtblicke, Familie Klinkner schaut vorbei, ja die ganze Familie, um sich zu verabschieden. Wir haben wie immer viel gelacht und uns für Silvester zu einer Skype Session verabredet. Mit Andrea und Thomas Halenbeck bei einer Skype Session die letzten Mac Themen durchgegangen und mit Lars von Day-Web Design am Blog gebastelt. Hey, wir möchten uns bei Euch allen für die Unerstützung bedanken.

 

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