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21. Februar 2012 2 21 /02 /Februar /2012 07:51

Samstag 7.01.2012

Wir starten früh mit Ove, beginnen aber zunächst mit einem Frühstück in einem Café um die Ecke. Klasse Cappuccinos, ein Klasse Walnuss/Rosinen Brot und Eier mit Schinken, damit haben wir eine gute Basis für die Suche nach dem Ladegerät. Ove fährt uns nach dem Frühstück zur Motorradmeile in der City von Melbourne. Yamaha, Honda, Harley und Triumph, Kawasaki, Ducati und KTM es fehlt eigentlich keine Marke, doch, BMW die sind irgendwo anders untergebracht. Wahrscheinlich in irgendeinem Autohaus, das scheint hier in Australien die BMW Linie zu sein. Jeder hat natürlich solch einen Lader aber bei Triumph finde ich das Ladegerät, das genau zur Schnittstelle am Motorrad passt. Ich bin happy und wir fahren direkt zurück um es anzuschliessen. Wir haben heute noch einen wichtigen Termin, wir wollen uns mit Ivan von Bikes Abroad treffen. Er soll unsere Motorräder von Australien (Melbourne) nach Neuseeland (Auckland) schicken. Sein Angebot ist teuerer als wir das nach früheren Internet Recherchen erwartet hatten aber es ist aktuell kaum billiger zu kriegen. Er möchte uns die Kisten zeigen, die er uns bauen würde. Es sind Standard Kisten die nur mit den Klötzen für die Fixierung der Räder auf das entsprechende Motorrad angepasst werden. Heisst wir würden direkt in sein Warehouse fahren und die Motorräder würden dort versandt fertig gemacht werden. Das hört sich natürlich gut an. Wir treffen Ivan und seinen Geschäftspartner in der Spedition, beide sind mit dem Motorrad da, Ivan mit einer neuen Triumph Tiger 800 und sein Kompagnon mit einer BMW R1200R. Wir werden sehr freundlich und mit einem Kaffee bei einem lockeren Small Talk begrüsst. Dann geht’s ans Eingemachte. Wir schauen uns die Boxen an und reden über die Dinge die bei unserer Ankunft schiefgelaufen sind. Die Beiden versichern uns, dass Ihre Partner darauf eingestellt sind Motorradreisende zu bedienen. Die Boxen machen einen sehr robusten Eindruck und können dann für den Weitertransport nach Deutschland weiterverwendet werden. Der Eindruck ist sehr gut, die Entscheidung für diesen Anbieter ist eigentlich durch. Zufrieden fahren wir zurück zu Ove. Wir sind mit ihm und seinem Kumpel Jeff und dessen beiden Kids zum Barbecue verabredet. Der Abend wird sehr entspannt und als wir wieder zurück fahren sind wir echt schlafreif. Vorm ins Bett gehen habe ich noch eine Diskussion mit Stefan vom Big Twin Laden, bei der sich herausstellt, dass ich einen speziellen Abzieher für die spezielle BDL-Kupplung die wir kurz vor der Abreise als Abstellmaßnahme für das Kupplungsrattern eingebaut hatten benötige. Klasse das habe ich gerade noch gebraucht. Erwin, ein Kunde der schon vor dem gleichen Problem stand schickt mir die Skizze des Abziehers den er sich dafür gebaut hatte. Die Skizze erreicht mich am Samstag Abend. Da ist erst einmal nichts mehr zu machen. Die Fähre nach Tasmanien verlässt Melbourne morgen (Sonntag) Abend um 21:00. Na ja, die Batterie ist kräftig am Laden und hat für die Fahrt quer durch Melbourne und zurück, immerhin ca. 66km kaum in der Spannung nachgelassen. Ohne Licht und mit Starten per Kickstarter müssen locker 300 km drin sein. Das reicht bis zu einer Lösungsfindung zur Abstellung des Problems. Also jetzt aber ab ins Bett.

Sonntag 8.01.2012

Heute ist mal wieder Abfahrtstag. Es ist 8:30 und es klopft vorne am Garagentor. Es ist William Graus mit seiner Frau Kathy ein weiteres HU Mitglied. Gemeinsam wollen wir frühstücken gehen. Es regnet, zunächst leicht, dann immer stärker. Während wir draussen neben dem Kaffee in der kleinen Seitenstrasse sitzen steigert sich der leichte Morgenschauer zu einem ergiebigen Landregen. Da wir noch packen müssen beenden wir den Caféaufenthalt und gehen zurück zu Spaceworks. Wir verabschieden uns und vereinbaren am 26. von der Fähre direkt zu William und Kathy zu kommen. Beim Packen erzählen wir immer wieder mal mit Ove und kommen auf das Thema, dass wir eventuell Manuelas BMW verkaufen und dafür eine alte Zweiventiler R80 G/S kaufen möchten. Wir zeigen Ove ein Bild Ihrer 650er und er fällt fast vom Hocker. Aufgeregt sucht er die Niederschrift seiner Ziele, die er vor ca. 8 Monaten festgehalten hat. Ein Ziel heisst: „Ich kaufe eine Gelbe 650er BMW GS in Europa um damit zu touren.“ Waaahnsinn. Gebongt, Ove will das Teil kaufen sobald wir uns entscheiden sie abzustossen. Es wird langsam Zeit uns auf den Weg zur Fähre zu machen, wir wollen so rechtzeitig losfahren, dass sollte noch etwas technisches mit dem Motorrad dazwischen kommen wir immer noch genügend Zeit zu reagieren hätten. Wir sind dann auch schön zeitig unterwegs und Ove lotst uns durch die halbe Stadt, da er uns von Süden her am Meer entlang zur Anlegestelle der Spirit of Tasmania führen will. War sehr nett gemeint, artet aber mit den beiden Oldies in pure Arbeit aus, grüne Welle oder so etwas kennen die hier nicht. Nach einer Weile haben wir es dennoch geschafft und sind trotz allem Verkehr und roter Ampeln noch extrem früh dran. Zunächst checken wir die Lage, heisst wo müssen wir uns anstellen, wann geht’s los etc. Da die Spirit noch gar nicht da ist haben wir genügend Zeit uns erst einmal einen Cappuccino zu holen und dann essen zu gehen. Kaum haben wir den Cappu getrunken erscheint die Spirit am Horizont. Nun haben wir immer noch eine Stunde Zeit bis die Spirit alle Fahrzeuge ausgespuckt hat und mit dem erneuten Laden beginnen kann. Das Restaurant in dem wir essen liegt direkt an der Anlegestelle, wir möchten nichts dem Zufall überlassen. Danach müssen auch wir uns anstellen. Die erste Rampe können wir noch hinauffahren, dann steht die Autoschlange. Weiter vorne sehe ich die nächste Rampe, die Harley da raufschieben ist ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen während ich noch überlege wie man diese Situation am besten entschärfen könnte (man erinnere sich, dass die Harley aufgrund der immer noch nicht funktionierenden Lichtmaschine nur auf Batterie fährt und Prio 1 ist vom Schiff auch wieder herunterzukommen) sehe ich einen Durchbruch in der Stahlwand der es ermöglichen würde direkt vors Schiff zu fahren, na das wäre doch gelacht wenn wir das nicht hinkriegen würden. Ich schlendere hinüber und erkläre der dortigen Hafenangestellten die Situation, sie schaut mich an und denkt wohl, „ne, den kann ich den Koloss nicht den ganzen Weg schieben lassen“ wir dürfen also durch den Durchbruch schieben und stehen somit fast ganz vorne in der Schlange. Wir machen uns noch etwas breit, fragen dreimal nach der Bedeutung der einzelnen Papiere die wir bekommen haben, bis der Weg vorne bis zum Schiff frei ist, nun haben wir alles kapiert, kicken die Motorräder an und fahren durch bis aufs Schiff und dort direkt auf den Platz auf dem die Bikes verzurrt werden. Na das hat ja klasse geklappt. 1. Gang rein, Benzinhähne geschlossen und es kann nach oben in unsere „Ocan Recliner“ gehen. Klasse wir haben sogar einen Fensterplatz, den kriege ich ohne weitere Diskussionen. Wenn Manu etwas nicht braucht, dann ist es der Blick auf den schwankenden Horizont und das aufgewühlte Meer. Wir sind echt gespannt wie wir mit dem Seegang zurechtkommen. Da das Schiff eine dicke Verspätung hat und erst kurz vor 10 Uhr ablegt sind wir schon fast schlafreif. Die Fahrt geht eh erst einmal durch die Bucht von Melbourne und damit durch sehr ruhiges Gewässer. Bis wir in die raue Bass Strait einfahren befindet sich Manu schon im Halbschlaf. Ich schreibe noch etwas Tagebuch und lege mich dann auch ab.

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Montag 9.01.2012

Die Nacht vergeht recht schnell und als wir durch die Ansage im Lautsprecher aufwachen sind wir schon fast in Devonport. Wir bereuen schon fast die Heimfahrt als Tagesfahrt gebucht zu haben, es ist doch recht angenehm die Überfahrt so im Schlaf hinter sich zu bringen. Deck 5 ist dran die Fahrzeuge vom Schiff zu fahren, das ist unser Deck, klasse das geht ja ruckzuck...dachten wir. Zwischen uns und der Insel steht nun nur noch die Quarantine, eine Kontrolle als würden wir in Russland einreisen, ob die das nicht etwas übertreiben mit ihren Massnahmen zur Vermeidung der Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen. Die „Einreise“ dauert eine geschlagene halbe Stunde. Motorradfahrer werden nicht wirklich kontrolliert, sie glauben uns, dass frisches Obst und Gemüse oder Nüsse und nach was weiss ich nach was die noch alles suchen, auf unseren Motorrädern eh kein Platz hat. Es ist noch früher Morgen und wir suchen als erstes eine Frühstücksgelegenheit. Beim ersten Café halten wir an und gönnen uns ein gutes Sandwich und einen Rosinentoast zum Cappuccino. Ich habe bei der Anfahrt zum Café in einer Seitenstrasse „Demons Driveline“ gesehen, ein Harley Customizer der mir eventuell auch die Lichtmaschine tauschen könnte. Der Laden ist geschlossen, sicher aufgrund der frühen Morgenstunde oder aufgrund der Drogenrazzia die bei ihm stattgefunden hat wie ich im Internet lesen konnte. Da auch keinerlei Öffnungszeiten ausgewiesen sind fahren wir weiter Richtung Launceston, dort bei Richardson dem HD Offiziellen haben wir ja einen Termin eingebucht, schauen wir mal was die Jungs für einen Eindruck machen. Die Fahrt wollen wir aber auch nutzen, eine der empfohlenen Strassen des Australian Motorcycle Atlas unter die Räder zu nehmen. Die Strasse führt über verschiedene Nebenstrassen und dann entlang des Tamar Flusses, schöne Ausblicke und ein nettes Café, alles in allem einen ganz nette Strecke, hat aber jede Menge Zeit gebraucht. Als wir in Launceston ankommen nehmen wir zuerst einmal Kontakt mit Stuart King auf. Er ist Mitglied der Horizons Unlimited Community Tasmania und hat uns eingeladen einige Tage bei ihm zu wohnen. Stuart wohnt mitten in der City und hat dennoch einen schönen Hinterhof in dem man die Motorräder parken kann. Nach dem ersten kennenlernen fahren wir noch zu Richardson wegen der Harley. Der Laden ist riesig mit angeschlossenem Museum und Restaurant. Ich vereinbare einen Termin und bestelle die benötigten Teile. Die würde ich so oder so benötigen, ob ich den Termintatsächlich wahrnehmen werde will ich mir noch überlegen. Es wird drei Tage dauern bis der Lichtmaschinenstator da ist da kann ich ja noch einmal darüber schlafen. Stuart kennt ein paar Leute die eventuell Druckluftschrauber haben könnten, ob sie jedoch die richtigen Aufsätze hätten und woher wir den Abzieher bekommen könnten ist fraglich. Wir kochen erst einmal alle zusammen Spaghetti, alle zusammen heisst Stuart seinen beiden Kids und wir. Nach dem Essen müssen die Kids ins Bett und wir sitzen nch eine Weile zusammen und lernen uns noch besser kennen.

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Dienstag 10.01.2012

Stuart ist schon früh auf den Beinen, klar er muss arbeiten und nimmt die Kids mit, mittags werden sie dann von der Mutter abgeholt. Ah, hatte ich vergessen zu sagen, Stuart lebt zur Zeit getrennt. Ich glaube 90% der Australier die wir kennen leben getrennt, sind geschieden (min. das erste Mal) oder sind in einer zweiten Beziehung. Nach meinem ersten Frühstück mache ich Manuelas obligatorischen Kaffee, diesmal nicht Instant sondern aus der kleinen Saecco von Stuart, heisst einen richtigen Espresso Macchiato. Stuart und die Kids sind extrem leise und rücksichtsvoll so etwas haben wir noch selten erlebt. Nachdem nun auch Manu fit ist und wir unser Frühstück hinter uns haben gehen wir zunächst einmal in die Stadt um noch einen Cappuccino zu trinken und ein paar Dinge einzukaufen, dann starten wir zu einer kleinen Rundfahrt mit den Motorrädern durch die Gegend um Launceston. Es gibt hier unter anderem eine Art Weinstrasse an der die ganzen Weingüter liegen und einige andere schöne Sträßchen. Als wir gerade Launceston verlassen und auf dem Highway Gas geben können höre ich hinter mir ein dumpfes Geräusch und ein Hupen, als ich mich umdrehe sehe ich meinen rechten Kofferdeckel weit hinten auf der Strasse liegen. Shiiit, ich mache eine Notbremsung auf dem Seitenstreifen aber Manu hat schon früher reagiert, kein Wunder, ist Ihr das Teil doch geradewegs entgegen gekommen. Sie ist schon am zurücklaufen und mir bleibt nur zu beten, dass kein Road-Train den Deckel überrollt. Manu läuft zur Hochform auf und absolviert den Sprint in Bestzeit, klar sie will sich mein Theater nicht anhören wenn das Teil zerstört ist. Glücklicherweise hat der Deckel nur zwei grobe Abschürfungen und eine Eindellung, diese beeinflusst allerdings unglücklicherweise direkt die Dichtgeometrie und so muss ich erst einmal am Strassenrand den Hammer und mein Leatherman bemühen. Nach kurzer Bearbeitung lässt er sich wenigstens wieder aufsetzen und schliessen, die Feinarbeit muss ich später erledigen. Wir setzen unsere Fahrt fort werden jedoch schon in Lillydale wieder gestoppt, eine Umleitung wegen eines schweren Unfalles, die gesamte Strasse ist gesperrt. Der Polizist will uns fast bis Launceston zurückschicken, Manu hat jedoch einen Abzweig kurz vor dem Ort gesehen den wir nutzen könnten. Wir kommen tatsächlich auf die Umgehung wenn auch langsam wegen des schlechten Strassenzustandes. Wir wollen noch einen Wein kaufen und besuchen das Weingut Bay of Fires, das Probieren können wir uns schon fast sparen, keine der Flaschen ist unter 35$ zu haben. Na, und schmecken tut er gar nicht so gut also geht es weiter, das Wetter sieht eh recht bescheiden aus und so entscheiden wir uns auf dem kürzeren Weg zurückzufahren. Zum Abendessen gibt es Lasagne von einem schnellen aber nicht unbedingt schlechtem italienischen Take-away, für Manu gibt es noch ein Tiramisu zum Nachtisch.

 

Mittwoch 11.01.2012

Heute ist der Tag an dem ich die Harley bei Richardson abgeben muss. Ich möchte vorher noch einmal mit dem Mechaniker selbst reden der die Reparatur durchführen wird. Dave arbeitet seid 20 Jahren dort und ist der Mann für die Shovelheads. Nach einem Tech-Small-Talk mit den ganzen Eigenheiten die bei meinem Bike zu beachten sind habe ich das Gefühl, dass meine Shovel bei Dave in guten Händen ist. Stu geht arbeiten und wir machen uns auf den Weg die Catarac Gorge zu erkunden, die Sehenswürdigkeit in Launceston für Naturliebhaber. Vorher muss natürlich noch ein Cappu sein, ausserdem wollen wir noch Kaffee für Stu´s kleine Saecco kaufen. Er kauft seinen Kaffee normalerweise in der Coffee-Republic, also entscheiden wir uns den Cappu dort zu trinken und gleich den Kaffee mitzunehmen. Der Laden ist winzig, dies scheint jedoch so gewollt , vor jedem dieser Cafés, es handelt sich um eine sehr kleine private Kette, steht ein alter abgewrackter Vespa-Roller. Heisst die Eigentümer pflegen einen etwas spleenigen Stil, nicht schlecht wie ich finde. Das Interieur ist ebenso spleenig, hat aber was, vor allem wegen der Enge in dem „Treppenhaus“ in das sie die Kaffeemaschine, eine Röstmaschine und die Theke gequetscht haben. Als wir nach dem Kaffee so Richtung der Schlucht schlendern kommen wir noch am „Wursthaus“ vorbei. Unsere Speisekarte in Australien ist nicht allzu abwechslungsreich und so müssen wir natürlich unbedingt hier hineinschnuppern. Sieht schon klasse aus was es dort so gibt, Fleischkäse und Rinderzunge in Aspik da müssen wir nach der Wanderung unbedingt vorbei und uns für´s nächste Frühstück eindecken.

Es ist klasse, dass man direkt aus der Stadt in die Schlucht einsteigen kann. Wir entscheiden uns für den steilen und schwereren Weg zu Beginn und den „Ladies-Way“ für den Rückweg. Der Hinweg führt durch dichten Wald, über ein paar Felsen und ein paar lichtere Abschnitte vorwiegend nach oben. Es sieht richtig wild aus, umso grösser ist der Schock als wir vor einer Freizeitanlage mit Schwimmbad und Sessellift (um auf die andere Seite der Schlucht zu kommen) stehen. Grosser Carpark etc. wir hätten die Beschreibung des Walks etwas besser lesen sollen. Egal wir gehen den Walk noch weiter Richtung des Wasserkraftwerkes am Ende der Schlucht, drehen aber vorher um weil es sonst zu spät für´s Wursthaus wird. Der Rückweg ist tatsächlich ein Spaziergang und so sind wir sogar früher zurück als gedacht. Ich schaue immer wieder auf die Uhr, da auch Matt von Richardsons anrufen wollte sobald das Motorrad fertig wäre. Ich werde etwas nervös, da es nun schon 15:30 ist und ich das Bike um 9:00 abgegeben habe. Kaum gedacht, klingelt das Handy, Matt ist dran und teilt mir mit, dass ich das Motorrad holen könnte. Klasse, ich rufe gleich Stu an damit er mich nach seinem Feierabend abholt und zu Richardson fährt. Die Rechnung fällt recht moderat ein, trotz eines Missverständnisses und eines daraus resultierenden Motorölwechsels, für die Reparatur und den Wechsel haben die Jungs gerade mal 3,5 Stunden gebraucht. Zufrieden fahre ich zurück. Heute Abend wollen wir Alan in Archors Manor besuchen. Ein HU Mitglied der eine Bar hat in die man mit dem Motorrad hineinfahren kann. Da müssen wir natürlich mal vorbei. Wir fahren allerdings mit dem Auto da es schwer nach Regen aussieht. Wir starten so gegen 18:00 und da wir keine Ahnung haben was uns erwartet haben wir als Plan B den Irish Pub in der Tasche. Archers Manor erweist sich als recht grosses Anwesen mit angeschlossenem Motel und richtigem Restaurant und sieht so gar nicht nach Bar zum Hineinfahren aus. Als wir das Restaurant betreten fragen wir etwas befremdet, ob es denn hier eine Bar gäbe. Klar, die Treppe runter und links erklärt uns die freundliche Bedienung. Auf der Treppe begrüsst uns dann auch schon Alan und führt uns in eine Umgebung die wir hier am wenigsten erwartet hätten. Eine dunkle Bar voll mit skurrilen Accessoires und Memorabilia zum Thema Motorsport und Motorrädern. Nun sehen wir auch den Eingang durch den man in die Bar hineinfahren kann und es stehen auch schon zwei Motorräder vor der Theke, eine Suzuki Katana, auch bei uns schon ein Youngtimer und ein Gerippe einer Honda Bol´d Or an der scheinbar gearbeitet wird. Na das ist ja eine tolle Umgebung um etwas Benzin zu quatschen. Hinten in der Ecke steht ein voll funktionsfähiger Nascar Rennwagen, den Alan selbst gefahren hat. Bei alldem Staunen dürfen wir jedoch das Essen nicht vergessen. Plan B war eh schon längst verworfen worden als wir das Restaurant gesehen hatten, was jedoch einen recht gehobenen Eindruck machte. Alan beruhigt uns jedoch, natürlich können wir bei ihm bestellen und natürlich auch hier unten in der für uns doch deutlich interessanteren Atmosphäre essen. Wir haben viel Spass und ein lockeres Gespräch über dies und das. Es wird recht spät und da Stu morgen arbeiten muss blasen wir so gegen 23:00 zum Aufbruch. Im Auto sind wir uns alle einig, der Abend war klasse und Stu war sicher nicht das letzte Mal dort.

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Donnerstag 12.01.2012

Verabschiedung ist mal wieder angesagt. Eigentlich wollten wir noch ein paar Bilder mit Lola und Tulli den beiden Kids von Stu machen aber Melissa seine Ex-Frau hat für heute andere Pläne. Wir versprechen alles zu versuchen noch einmal vorbeizukommen bevor wir Tasmanien verlassen. Stu hätte gerne ein paar Bilder mit uns und den Kids weil er ihnen ermöglichen will in der Schule über die Besucher aus Deutschland zu berichten. Und was ist so ein Bericht schon ohne Bilder. Da wir davon ausgehen, dass wir relativ bald in St. Helen unserem nächsten Ziel sind lassen wir uns etwas Zeit, frühstücken, packen zusammen und wollen noch einmal kurz bei Richardson für ein Foto mit der Crew und der Chefin vorbeischauen. Als wir das alles absolviert haben und gerade vom Parkplatz starten wollen spricht uns ein Ehepaar an. Das Übliche woher wohin, die beiden wohnen in Dunedin, Neuseeland. Sie sind begeistert, dass wir auch ihre Heimat besuchen möchten, noch ein kurzer Small Talk, und das war´s. Wir starten endgültig. Die Fahrt führt über Scottsdale und die Strasse ist extrem kurvig, der Schnitt sinkt auf ca.30km/h (inkl. Pausen). Es ist eine wunderschöne Umgebung aber man muss sich Zeit nehmen und das tun wir auch. So kommen wir recht spät in St. Helens an, macht ja nichts, da wir das Zimmer schon vorab reserviert haben. Das „Zimmer“ sieht auf den ersten Blick sehr altmodisch aus, erweist sich jedoch als recht praktisch da das Schlafzimmer vom Wohnraum getrennt ist. So kann ich mir morgens mein erstes Frühstück machen ohne Manu zu stören. Sie kann dann weiterschlafen bis der Kaffee fertig ist. Ein weiteres wichtiges Merkmal einer guten Unterkunft ist das Badezimmer speziell die Dusche und auch da kann das altmodische Apartement punkten, die Dusche ist einwandfrei. Jetzt kommt die letzte Hürde für ein „Gut bis Sehr gut“ in der Bewertung, das ist das Internet. Sollte eigentlich Wireless verfügbar sein, ist es aber nicht. Der Besitzer des Motels hat den Code vergessen. Ein anderer Gast des Motels kommt im Verlauf des Abends darauf, keine Ahnung wie er das gemacht hat, denn der Besitzer wusste es auch nicht. Fakt ist, das Passwort war der Vorname und das Geburtsjahr seiner Frau tja, ganz schön peinlich für den guten Mann. Da wir aber seine Frau nie zu Gesicht bekommen haben konnten wir auch nichts verraten und ihm blieb vielleicht ein grosses Theater erspart.

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