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4. März 2012 7 04 /03 /März /2012 21:26

Freitag 13.01.2012

Wir wollen heute den eigentlichen Grund unseres Besuches in St. Helens erkunden. Die „Bay of Fires“. Eine Bucht die besonders schön bei Sonnenaufgang sein soll. Die Bay of Fires hat viele felsige Abschnitte und diese Felsen sind wiederum mit roten Flechten bedeckt, die, wenn sie morgens von der Sonne bestrahlt werden, besonders schön leuchten sollen. Unnötig zu erwähnen, dass wir an diesem Morgen nicht vor Sonnenaufgang aus dem Bett kommen. Wir fahren also zunächst einfach so zur Mittagszeit über Binalong Bay dorthin um uns das Ganze erst einmal bei normalem Tageslicht anzuschauen. Na ja, die Australier haben ein Faible Wahnsinns tolle Namen für bestimmte Dinge zu finden die extrem hohe Erwartungen generieren. Sieht man diese Dinge dann sind sie schön aber selten so spektakulär wie ihr Name vermuten lässt. Kurz gesagt, die Bay ist sehr schön aber die Felsen sind etwas spärlich um ein echtes Spektakel zu bieten. Kommt noch dazu, dass heute morgen sehr bedeckter Himmel war, heisst, wir haben denke ich nichts verpasst. Ich werde schauen ob ich es morgen früh schaffe. Wir streunen noch etwas herum, machen noch einige Fotos und fahren dann auf einem anderen Weg nach St.Helens zurück. Dort gehen wir einen Kaffee trinken und dann zum Einkaufen.Heute Abend soll es Fisch geben. Es gibt einen kleinen Laden der Fischer in dem wir uns morgens vor der Abfahrt schon einen Fisch und ein paar Prawns reserviert hatten, den holen wir jetzt ab, zuvor noch im Bottle Shop vorbei und eine Flasche Wein gekauft damit ist der Abend gesichert. Als wir gerade bei der Vorbereitung sind kommt der Gast vorbei, der das Passwort geknackt hat. Er war den ganzen Tag beim Fischen und als er nach Hause kam hat ihm seine Frau eröffnet, dass sie gerne Essen gehen wollte. So hat er einen schönen Fisch in einer Tüte und fragt ob wir den denn haben möchten. Klar, warum nicht, dann reicht das Essen auch noch für eine Portion für morgen. Aber...frage ich etwas vorsichtig, ist der denn schon ausgenommen und geputzt? Klar meint er und sogar filettiert, na dann, überedet. Wir essen diesen Fisch am Abend zuerst, dabei stellt sich heraus, dass er irgendwie voller Sand ist. Keine Ahnung woher das kommt. Vielleicht können uns die Fischer unter den Lesern das erklären, die Filets haben wir je extra noch einmal abgewaschen. Kann so ein Fisch Sand im Fleisch haben? Am Abend hält noch ein Auto und der Fahrer spricht uns mit einem uns wohl bekannten Dialekt an. Siehe da, die Familie Lehmann aus dem Kraichtal. Die Tochter Ines arbeitet in Sydney als Deutschlehrerin und die Eltern sind zu Besuch. Ein netter Small Talk und natürlich ein Foto und unsere Wege trennen sich wieder. Nette Familie und für Ines ist dieser Job weitaus interessanter las irgendwo in einem Referat zu landen. 

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Samstag 14.01.2012

Ich schaffe es fast vor Sonnenaufgang in der Bay zu sein. Aber eben nur fast, ich habe mich schon ganz schön quälen müssen und bin dann 15 Minuten nach Sonnenaufgang dort. Immerhin sind es mindestens 12km zu fahren. Wie erwartet, so spektakulär ist es nicht aber so früh und völlig alleine am Strand hat schon etwas. Ich kann ein paar ganz nette Fotos machen und geniesse die Stille. Das reicht ja auch, ich fahre wieder zurück und mache mir erst einmal mein Frühstück und gleichzeitig den Kaffee für Manu denn schliesslich fahren wir heute ja weiter. Elephant Pass mit dem berühmten Pfannkuchen Haus, Bicheno und sein Motorradmuseum und Freycinet National Park mit der Wineglass Bay, das sind die Highlights von heute, wo wir übernachten steht nicht fest, wir werden sehen wie weit wir kommen. Der Elephant Pass ist ein Gewürm von einer Strasse, dazwischen befindet sich das Restaurant. Der Wirt ist Ducati-Fan und bekannt für seine guten Pfannkuchen. Vor dem Restaurant spricht uns wieder ein Ehepaar an und siehe da es sind wieder die Beiden aus Dunedin. Dieses Mal dauert der Small Talk etwas länger und endet in einer Einladung nach Dunedin.

Weiter geht es nun über Bicheno nach Frecynet, wir wollen dort den Walk zur Wineglass Bay bzw. zum Aussichtspunkt zu machen. Dieser soll 40 Minuten dauern das passt ganz gut. Die Angaben der Australier sind allerdings immer sehr optimistisch und beinhalten keine Pausen. Begrüsst werden wir am Eingang des Parkplatzes von einem Wallaby, das neben der Schranke sitzt. Ich muss zweimal hinschauen ob das denn nun auch echt ist, denn selbst der Harley Sound scheint es nicht zu stören. Die Jacke unterm Arm und die Motorradhosen an, nehmen wir den „kurzen“ Walk in Angriff. Ein Lookout von dem man die gesamte Wineglas Bay überblicken kann, mit ein bisschen nachdenken hätte man darauf kommen können, dass dieser Weg kein flacher sein kann und so ist es dann auch, es geht recht steil bergauf. Unnötig zu erwähnen, dass uns verdammt heiß ist und wir tierisch schwitzen. Die schweren Jacken unterm Arm machen das ganze nicht einfacher. Der Ausblick ist schön, ich wär´dann aber lieber noch etwas weiter nach oben gestiegen um diese Vogelperspektive zu haben die man immer wieder von dieser Bucht sieht, aber ein Helikopterflug ist entschieden zu teuer, darauf müssen wir verzichten. Nachdem wir wieder unter ankommen werden wir von einem Paar angesprochen, ob wir denn mit zwei Motorrädern unterwegs wären, was wir natürlich bejahen. Ob wir denn Ove kennen würden? Ove aus Melbourne, natürlich kennen wir den. Ja, Ove wäre ein Freund von ihnen und hätte ihnen aufgetragen nach zwei Motorrädern mit deutschen Kennzeichen und deren Fahrern Auschau zu halten wenn sie nach Tasmanien fahren würden. Sie sind jetzt hin und weg, dass sie Ove´s Auftrag erfüllt hätten und Ove wäre sicherlich völlig aus dem Häuschen, er müsse ihn schnellstmöglich anrufen. Der war dann allerdings überhaupt nicht aus dem Häuschen sondern hatte sich nur gewundert, dass es so lange gedauert hat bis wir uns getroffen haben, typisch Ove. Wir schwingen uns immer noch schwitzend auf die Motorräder und kommen noch über Swansea hinaus bis Tribuanna. Wir stoppen am Caravan Park da dieser als erstes auf dem Weg durch das Dorf liegt. Sie haben dort auch Zimmer und so schlagen wir natürlich sofort zu, es ist eh schon recht spät. Die Chefin des Parks meldet uns auch sofort im Hotel Pub zum Abendessen an und so fahren wir noch vor dem Abladen zum Hafen um zu Abend zu essen. Die Motorräder können wir danach mal wieder in den Vorgarten direkt vor unsere Zimmertür schieben. So lieben wir das.

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Sonntag 15.01.2012

Der Sonntag fängt nicht gut für mich an, wo zur Hölle kommt dieser grosse Ölfleck unter der Harley her? Sh... Getriebeöl, kann wohl nur die Hauptwelle sein. Ist aber schon seltsam so von 0 auf 100. Na ja, erst mal frühstücken gehen. Ein Österreicher soll gegenüber ein Café haben. Wir haben die Speisekarte schon an der Rezeption gesehen und ich freue mich schon seit gestern auf ein Pan Bagnat. Was das ist? Eine französische Spezialität, meines Wissens sogar eine südfranzösische, wir werden dadurch immer an unsere Lieblingsstadt Nizza erinnert. Ach so was es denn nun ist, ja ein grosses rundes Brötchen mit viel Salat, Eiern, Thunfisch, Tomaten, Oliven und Olivenöl, hört sich viel an, ist es auch. Eine Maulsperre ist ein nicht unbekanntes Syndrom wenn man so richtig kräftig reinbeissen will, anschliessend läuft einem dann das Olivenöl über die Hände aber das macht nichts, nach einem Pan Bagnat hat man seidenweiche Haut auf den Handrücken. Also marschieren wir rüber und bestellen Cappu und Pan Bagnat. Es kommt nicht ganz an das südfranzösische ran aber wenn man so manch andere australische Spezialität berücksichtigt schmeckt es immer noch göttlich, der Cappu ist auch gut und so vergesse ich schon fast den Ölfleck. Fast, denn so etwas vergisst man natürlich nie so ganz, vor allem weil er nach dem Frühstück natürlich immer noch da ist oder sogar noch grösser geworden ist. Zu machen ist da erst einmal nichts, wir fahren weiter Richtung Hobart, haben wir doch heute eine Verabredung in dem historischen Städtchen Richmond mit dem Vintage Britisch Bike Club von Hobart. Richmond wird im Reiseführer als schöner kleiner historischer Ort beschrieben dessen Hauptattraktionen ein altes Gefängnis und die älteste noch von Sträflingen erbaute Brücke Australiens sind. Wir haben solche touristischen Ankündigungen mittlerweile einzuschätzen gelernt und fahren ganz entspannt nach Richmond. Der Ort präsentiert sich tatsächlich als echter Touristenmagnet. Den British Vintage Bike Club finden wir dennoch auf Anhieb, Manu nötigt denen dort allen Respekt ab, so eine Sonntagsfahrt auf den Oldtimern ist eine Sache, eine 6-monatige Tour mit mehr als 16.000 Kilometern eine ganz andere und dass eine Frau ihnen das vormacht mit einer nahezu 40 Jahre alten nur mit Kickstarter versehenen Bonnie beeindruckt sie schwer. Nach einigen interessanten Gesprächen und einigen Kaffees fahren die Jungs mit ihren Frauen wieder zurück nach Hobart. Wir bleiben noch etwas um uns Richmond anzusehen wenn wir schon da sind. Ein Gefängnis muss man sich nicht unbedingt von innen ansehen wenn man nicht dazu verdonnert wird, die Brücke ist eine gemauerte Brücke wie sie in Frankreich zu Hunderten stehen. Aber diese ist von Sträflingen erbaut worden sagt der Australier, darauf kann ich nur antworten, Brücken dieser Art (aber viel älter) sind bei uns von Leibeigenen erbaut worden, wo liegt der Unterschied? Die Sträflinge waren oftmals nicht mehr kriminell als dass sie ein Laib Brot gestohlen hatten. Na, wir wollen uns ja eh mehr auf die Menschen konzentrieren die wir so auf der Strasse treffen und da spricht uns gerade wieder so ein interessantes Exemplar an. David von Bike Ambulance, einer Firma oder sollte man sagen seiner Firma für das Aufsammeln von liegengebliebenen Motorrädern. Ob er bei uns ein potentielles Geschäft gewittert hat oder es pures Interesse ist was den Ausschlag gibt uns anzusprechen ist nicht ganz klar. Fakt ist, es entwickelt sich eine sehr angenehme und interessante Unterhaltung. Wir essen noch zusammen etwas und reden darüber wie man hier so seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, das kann bis zum Sammeln von leeren Bierdosen und Flaschen gehen. Wir kennen das ja von so manch einer Fussgängerzone oder Bahnhof, David experimentiert damit um zu sehen ob er damit die Reisekosten zu seiner Familie nach Adelaide, South Australia bestreiten kann, denn nur dort kann man die Dinger gegen einen Refund wieder abgeben. David muss sich wieder auf den Weg machen, wir auch, wir brauchen ja noch eine Unterkunft in Hobart. Da meldet sich Philip, er hat mit dem Youth Hostel in seiner Strasse telefoniert, die hätten noch Doppelzimmer frei. Na das passt doch prima, zum einen wollten wir heute etwas Preiswerteres haben, zum anderen wollen wir eh mit Philip essen gehen. Phil ist ein sehr interessanter Mensch. Er wohnt alleine in einem alten grossen Haus mit einer noch grösseren Garage dahinter. Diese beherbergt ein paar wahre Schätze. Einen Jaguar MK3, einen Rolls Royce, das gleiche Modell noch einmal als Bentley , alle drei top restauriert, eine Jaguar Baustelle aus den 20zigern, Cabrio natürlich und noch einige andere Fragmente seltenster Fahrzeuge. Einen Fiat, den er selbst auf Rechtslenker umgebaut, zwei schöne restaurierte Motorräder der Marken Triumph und Ariel sowie eine unrestaurierte Ariel Square Four. Nun könnte man meinen, der Mann muss ja sehr wohlhabend sein, ist er aber nicht. Wie bei vielen anderen auch in Deutschland haben die Anlagen zur Rentensicherung unter der Finanzkrise schwer gelitten aber er bringt es nicht fertig eines seiner Schätzchen zu verkaufen. Als Alltagsauto fährt er einen alten Mercedes Kombi natürlich auch in einem sehr gut erhaltenem Zustand. Wir nehmen also zunächst einmal einen Drink bei ihm zuhause und gehen dann in ein malaysisches BYO Restaurant. BYO heisst man bringt seinen eigenen Wein mit und muss nur eine sogenannte corkage (Korkengeld) bezahlen. Wieder zurück in unserer Strasse verabreden wir uns für morgen um zu Simon zu fahren und den kleinen Triumph Service machen zu lassen. Philip will uns auf seinem Scooter begleiten. Nicht ganz stilecht aber was soll´s.

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Montag 16.01.2012

Gefrühstückt wird in der Küche des Youth Hostels. Das ist immer ganz interessant weil man mit anderen Reisenden ins Gespräch kommt. Die Youth Hostels haben im Gegensatz zu ihrem Namen den Vorteil, dass man hier auch Reisende mittleren und selbst höheren Alters trifft, wohingegen die reinen Backpacker Hostels sehr stark vom jüngeren Publikum frequentiert werden. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Backpacker immer noch einmal einen Tick billiger und die Bestimmungen bzw. die Führung etwas lockerer sind. Nach dem Frühstück lassen wir die Motorräder einfach die Einfahrt hinunterrollen und stehen schon bei Philip vorm Haus. Praktisch, die alten Ladies mögen es eh nicht so im kalten Zustand gestartet wieder gestoppt und wieder gestartet zu werden. Philip ist allerdings auch schon fertig und so können wir direkt durchstarten. Simon wohnt etwas ausserhalb von Hobart in den Bergen. Heisst wir müssen zunächst durch ganz Hobart und kommen dann auf eine kleine, kurvige und holprige Strasse die kurz vor seinem Haus sogar in ein unbefestigtes Stück übergeht. Damit wir das Haus auch finden, von Hausnummern am Eingang etc. halten die Australier nicht allzu viel, hat er seine Triumph in der Einfahrt positioniert. Mal schnell ist natürlich nicht bei den Aussies, zuerst gibt es mal einen Kaffee und ein bisschen Small Talk, ich werde schon etwas nervös weil ich das Öl natürlich am liebsten im richtig heissen Zustand ablassen möchte aber da das Motorrad in der Sonne steht und der Tag sehr heiss wird haben wir ja doch noch etwas Zeit. Wir stehen oben im Wohnzimmer von wo aus man direkt auf die Veranda kommt. Von dort hat man eine fantastische Aussicht auf Hobart. Im Wohnzimmer steht Simons neueste Errungenschaft. Eine alte Triumph Bj. 1913. Das macht sicher nicht jede „Frau des Hauses“ mit, da jedoch auch Simon schon länger alleine lebt muss er diese Diskussion nicht führen. Philip verabschiedet sich wieder und eiert etwas mit dem Scooter über den Sandweg zurück. Offroad ist seine Sache nicht wie er uns schon am Übergang vom Asphalt auf den Sand zu verstehen gegeben hat. Wir gehen nun endgültig an den Service. Der fällt dann wesentlich geringer aus als ich mir vorgestellt habe. Die Ventile hört sich Simon an und meint, dass hier keine Aktion nötig wäre, Primäröl ablassen wäre umständlich, da man den kompletten Deckel lösen müsste um wirklich den Dreck rauszubekommen und für den Ölfilter finden wir keinen passenden Schlüssel. Wir malträtieren ihn noch kräftig mit einem weniger geeigneten Werkzeug lassen aber davon ab, da wir ihn nicht zerstören wollen. Er ist allerdings schon so malträtiert, dass Simon noch einmal mit der Lupe untersucht, ob er denn nicht wirklich schon ein Loch hat. Nach dem Service entscheiden Manu und ich uns noch für eine kleine Rundfahrt nach Dover und am Meer entlang zurück. Dort hat Peter ein weiteres Mitglied des Clubs eine Lachsfarm. Er kann zwar selbst nicht vor Ort sein, instruiert jedoch sein Team uns die Farm zu zeigen und die Lachsaufzucht zu erklären. Um die Lachsnetze herum tummeln sich einige Seelöwen, für die es natürlich das Paradies wäre, in ein solches Netz hineinzukommen. Das wäre für die Züchter allerdings ein GAU also haben sie sehr gut vorgesorgt, dass genau dies nicht passiert. Starke Netze unter Wasser und ein Zaun über Wasser schotten die Lachse sehr effektiv ab. Nach der Führung werden wir noch mit Lachs in verschiedenen Varianten versorgt und verabschieden uns wieder Richtung Hobart. Wir haben eine Verabredung mit Philip und Simon zum Abendessen.

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Dienstag 17.01.2012

Das Ziel heisst heute Port Arthur, Philip will uns wieder mit dem Roller begleiten. Ich hab da so meine Bedenken, wir sind zwar nicht wirklich schnell unterwegs aber wenn der Roller mal in die Nähe des Harley Luftfilters kommt könnte es ihn einsaugen und rückstandslos verbrennen. Ne, Spass, aber der Scooter lässt an Steigungen noch mehr nach als meine Harley. Wir können es ihm aber kaum abschlagen. Wir frühstücken gemütlich, verlängern zum zweiten Mal unser Zimmer und werden mal wieder dementsprechend spät fertig. Port Arthur sah auf der Karte so nah aus. Philip kommt um 10:00 bei uns vorbei, hat aber schon gefrühstückt und Kaffee getrunken. Es ist dann auch schon 12:00 bis wir wegkommen. Phil hat so seine Bedenken, dass wir das heute schaffen können, vor allem weil wir heute mal im YH kochen wollen um wenigstens einmal die Küche zu nutzen. Mit einer kurzen Pause kommen wir bis zu den Sehenswürdigkeiten Blowhole, Devils Kitchen und Cathedral Arch. Auf dem Blowhole Parkplatz steht ein Verkaufswagen der Fish & Chips aber auch Eiscreme mit frischen Beeren und Beerenpüree anbietet. Wow, Zucker hin oder her, da kann ich nicht widerstehen. Die Beeren darauf sind so gesund, die werden´s schon wieder richten. Beeren mit Vanilleeiscreme ist zwar gut, mein Favorit ist allerdings Schokoladeneis. Phil bestellt, da er darauf besteht diese Runde zu übernehmen. Beeren mit Schokoladeneis gibt es nicht heisst die lapidare Auskunft. Ahh, gibt es kein Schokoladeneis? Doch aber nicht mit Beeren. Häh, jetzt bin ich wieder angefixt. Ich möchte aber Beeren mit Schokoladeneis. Das ist dann aber teurer, versteh ich zwar nicht aber sag mal wieviel. Das weiss die Verkäuferin nun nicht so recht. Phil geht in Vorlage, ob denn 2 Dollar ok wären? Da springt sie natürlich drauf, ja das ist für sie ok aber für mich nicht. 2 Dollar extra wegen des Schokoladeneis ich sag ihr, dass das eine reine Abzocke ist und es dafür 1 Dollar mehr auch tut. Auch das ist für sie ok. Hier ging´s natürlich nicht um den Dollar aber ganz sicher um´s Prinzip zum einen mag ich es gar nicht wenn mir jemand vorschreiben will die Beeren mit Vanille- anstatt mit Schokolade zu essen, zum anderen macht es mir immer wieder Spass solche Dinge auszuhebeln. Die Felsformationen sind sehr beeindruckend, vor allem der Arch und die Felsküste bei Devils Kitchen, ein Felseinschnitt in dem es sicher hoch hergeht wenn stürmische See herrscht. Bei der ein oder anderen grösseren Welle kann man sich gut vorstellen wie es hier dann aussieht. Während der Rückfahrt fahre ich kurzzeitig hinter Manuela und mir fällt auf, dass ihr Rüklicht so seltsam flackert. Na denke ich bleib mal noch eine zeitlang hinter ihr und beobachte das. Im gleichen Moment kommt mir auch schon der klare Teil des Rücklichtes zur Nummernschildbeleuchtung entgegen. Ich stoppe unseren Tross schnellstmöglich bevor noch mehr passiert, finde dafür aber die verlorene Scheibe nicht mehr, dazu hätte ich sofort anhalten müssen. Na ja das ist wohl das kleinere Übel. Einer der Gummihalter des Nummernschildträgers ist gerissen, der zweite macht es auch nicht mehr lange. In so einem Fall helfen immer Kabelbinder und Klebeband, damit ist die Weiterfahrt und sogar die Funktionsfähigkeit gesichert. Dafür wird jetzt der Himmel immer trüber, ca. 30km vor Hobart kommt dann eine rabenschwarze Wolkenfront auf uns zu. Da ich etwas zurück bin um Bilder zu machen muss ich etwas Gas geben um aufzuholen, denke jedoch bei der letzten Bildersession es kann nicht schaden den Tankrucksack mit der Kamera vorm Regen zu schützen. Kurz nachdem ich wieder gestartet bin treffen mich die ersten Regentropfen, gross aber noch verhalten. Minuten später geht es dann los, ein richtig deftiger Gewitterregen gepaart mit einem kräftigen Seitenwind. Weiter vorn sehe ich Manuela und Phil stehen. Manu zieht sich die Regenklamotten an. Ich bin schon so nass, dass ich keinen Sinn mehr darin sehe die Jacke jetzt anzuziehen und sobald Manu so weit ist fahren wir weiter bis zu einer Tankstelle an der wir uns unterstellen können. Das Wasser steht waagrecht in der Luft. An der Tankstelle können wir zum Glück unter der Überdachung und hinter einem Wohnmobil warten bis das Schlimmste vorbei ist. Nach einer Viertelstunde können wir weiter. Das Wetter ist jetzt wieder richtig freundlich, wir aber trotzdem ziemlich durchnässt. Der Fahrtwind trocknet die Motorradanzüge zumindest von aussen und als wir im Youth Hostel ankommen sind sie schon wieder zum grossen Teil trocken. Dennoch verteilen wir die Kleider über das ganze Zimmer um auch noch die unteren Lagen zu trocknen. Die Spaghetti zum Abendessen schmecken wie immer klasse, ich kann Spaghetti ohne Probleme mehrere Tage hintereinander essen ohne dass ich zuviel davon bekomme. Praktisch, ist es doch ein Essen was man immer auch auf Vorrat kochen und sehr gut in unserem Warmhaltebehälter mitnehmen kann. Sind sie mal nicht mehr so warm macht das auch nichts, in jungen Jahren haben wir Ravioli direkt aus der Dose gegessen ohne sie überhaupt warm zu machen. Ja, ja so war das früher (Gähn, jetzt kommen die alten Geschichten). Nein ich will jetzt hier nicht weiter ausholen, wir gehen jetzt ins Bett.

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Mittwoch 18.01.2012

Am Montag war die Triumph an der Reihe heute will ich mal sehen ob ich genauer definieren kann wo das Öl aus dem Getriebe der Harley kommt. Wir besorgen einen starken Entfetter und reinigen den kompletten Bereich um die Getriebeausgangswelle in einem Waschpark. Eine recht langwierige Aktion, da das Kettenfett recht hartnäckig ist. Nach der Reinigung fahre ich noch ein paar Runden um den Block um dann bei Richardson der HD Filiale in Hobart vorbeizuschauen. Auf der Hebebühne ist allerdings auch nicht vielmehr zu erkennen. Klar ist, dass das Öl aus dem Getriebe und nicht aus dem Primär kommt. Das ist eindeutig am Geruch zu erkennen. So ist auch die Wahrscheinlichkeit gering, dass es mit der Reparatur der Lichtmaschine in eindeutigem Zusammenhang steht. Wir vereinbaren einen Termin in Launceston und ich will es über die nächsten Tage beobachten ob es sich weiter verändert, heisst schlimmer wird, aufhören tut es von alleine sicher nicht. Obwohl, würde sich die Harley etwas von der Triumph abschauen, wüsste sie wie das geht, die tropft plötzlich nicht mehr. Alle Öle sind allerdings in ausreichendem Mass aufgefüllt, seltsam, das muss man nicht verstehen. Na klasse, der Tag ist fast vorbei und wir sind nicht wirklich weiter. Na ja erst mal einen Cappu trinken. Wir finden eine Rösterei die verschiedene Kaffees offen verkaufen. The Tasmian Roasters. Die Bedienung hinter der Theke kennt allerdings noch nicht einmal den Unterschied zwischen Kaffeebohnen und Espresso Bohnen, das hatten wir doch schon mal, mit dem Unterschied, dass das hier ein absolutes Fachgeschäft für Kaffee sein sollte. Ausser ein paar Tees verkaufen die gar nichts anderes. Egal, nebenan ist ein Café in dem der Kaffee getrunken also getestet werden kann. Das nutzen wir natürlich aus, kennen wir das doch von unserer Lieblingsquelle für Kaffee, der „Bohne“ in Speyer, in der man jeden Kaffee der verkauft wird auch dort trinken kann. Ganz so toll ist das Angebot hier natürlich nicht. Es gibt genau eine Kaffeesorte zum testen, egal der schmeckt ganz gut ist für mich recht verträglich, also kaufen wir von genau diesem, gemahlen für das kleine italienische Espressokännchen, das wir von Philip bekommen hatten. Wir sind mit Anissa von der Horizons Unlimited Community verabredet. Was heisst verabredet, wir treffen uns bei Ihr zu Hause weil sie uns freundlicherweise eingeladen hat bei Ihnen zu übernachten. Wir kommen etwas später als gedacht an, daher ist sie schon wieder mit dem Hund unterwegs, klar der braucht ja auch seinen Abendspaziergang. Spaziergang ist gut, Anissa geht mit ihm joggen. Wir finden das Haus recht gut, es ist gerade mal 4km weg vom Youth Hostel. Die Einfahrt ist allerdings furchterregend steil. Wenn Du einmal in der Schräge bist heisst es durchrollen bis in die Garage, irgendwelche Aktionen dazwischen bergen ein hohes Risiko die Fuhre irgendwie umzuschmeissen. Ich will mir noch gar nicht vorstellen wie wir da wieder hochfahren, vor allem aus der Garage raus und gleich steil um die Ecke, na das kann lustig werden. Aber wie sagt Anissa, reine Kopfsache. Die Begrüssung ist herzlich und da es nun schon etwas später ist fängt sie gleich mit dem Abendessen an. Etwas später kommt auch Carsten von der Arbeit nach Hause. Es wird ein schöner kennenlern Abend, der sich für Anissa ungewöhnlich weit in die Nacht hinein zieht. Klar, sie ist morgens sehr früh auf um vor der Arbeit noch eine Runde mit Manu, nein nicht mit meiner Manu, der Hund heisst auch so, zu drehen und wenn man im Job fit sein will braucht man eben seinen Schlaf. Das ist sicherlich etwas was wir uns für die Zukunft in Deutschland auch angewöhnen sollten.

 

Donnerstag 19.01.2012

Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bei Anissa und Carsten bleiben, haben uns dann aber entschlossen, natürlich in Abstimmung mit den Beiden, dass wir noch eine Nacht dranhängen. Die Innenstadt von Hobart haben wir uns bisher kaum angesehen und so soll es ein relaxter Stadtbummel-Tag werden. Wir fahren gemeinsam auf der Harley in die Stadt, es macht wirklich kein Sinn mit zwei Motorrädern da rein zu fahren und Manu geniesst es mal wieder eine Runde als Beifahrer zu drehen, Stadtfahrten sind eh nicht so ihr Ding. Am Salamanca Platz parken wir das Motorrad und laufen zunächst einmal am Hafen entlang Richtung Stadtmitte. Es gibt einige schöne Kolonialbauten und viele Parks, in denen die Angestellten der umliegenden Firmen gerne ihre MIttagspause verbringen. Hobart ist eine sehr motorradfreundliche Stadt. Überall sieht man für Motorräder reservierte kostenlose Parkplätze. Das find ich klasse. In der Fussgängerzone wollen wir uns erst eimal einen Cappu und ein Stück Kuchen gönnen. Mann, der versunkene Apfelkuchen mit dunklem Teig, Rosinen und Nüssen sieht vielleicht klasse aus. Glutenfrei, na ja, brauchen wir nicht, sollte aber auch kein Hindernis sein. Manu ist schon draussen um uns einen schönen Platz zu reservieren, das Café sieht schön und gemütlich aus, viel Holz, sehr harmonisch. Mit der Harmonie ist es allerdings vorbei als die Bedienung die Rechnung bringt. 14,50$, ich sage ihr, dass ich kein Miteigentümer des Cafés werden möchte und auch keine Stunde mit ihr buchen wollte sondern nur das Stück Kuchen und den Kaffee bezahlen möchte. Ja meint sie, ich hätte mir eben den teuersten Kuchen ausgesucht. Das Stück ist noch nicht einmal sonderlich gross, eher klein und der Geschmack, brutal süss. Wow, das war ein Schuss in den Ofen. In Zukunft, immer erst nach dem Preis fragen. Damit sind wir kuriert was die Innenstadt angeht, wir schlendern raus zum Battery Point, einem alten Stadtteil direkt am Wasser. Dort stehen noch viele der alten Walfänger Häuser und trotz der Ferienzeit ist es sehr ruhig hier, kaum Touristen, wie nahezu überall auf Tasmanien. Die Insel scheint weniger frequentiert zu sein als gedacht. Nur die Ostküste war recht gut besucht aber auch nicht wirklich überfüllt.

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Ich navigiere uns anhand der Karte im Tankrucksack durch Hobart und wieder erweist sich die breite Touratech-Kartentasche als äusserst hilfreich. Speziell bei Karten mit kleinen Massstäben ist jeder Zentimeter Kartenbreite hilfreich um nicht so oft umfalten zu müssen. In unserem Fall passt der Hobartstadtplan genau rein und wir haben immer die gesamte Übersicht. Wir wollen noch etwas für die Fahrt morgen und einen Wein für heue Abend einkaufen. Wir haben mit Anissa und Carsten ein Abendessen beim BYO Inder vereinbart. Als wir gerade den Coles Supermarkt auf der rechten Seite sehen fällt mir auf, dass wir schon fast bei dem Harley Shop sind den uns der Boss des Waschparks in dem wir die Harley entfettet hatten. Da kann ich nicht widerstehen und mache Manu ein Zeichen mir einfach mal zu folgen. Sie kann sich wohl schon denken wo ich hin will. Der weitere Weg zum Shop ist wirklich einfach und nicht mehr weit. Der Verkaufsraum macht schon einen sehr guten Eindruck und ich erkundige mich erst einmal nach Getriebeöl. Sie haben nur das Multiuse-Öl von HD das ich schon im Primärantrieb habe. Da ich jedoch bis jetzt noch sehr gut unterscheiden kann wo das Öl unter dem Motorrad herkommt möchte ich reines Getriebeöl. Das riecht ganz anders als das Formule+ das man ebenso im Getriebe verwenden kann. Kann man schon, ich frage mich nur warum der Big Twin Laden und auch Richardson in Launceston eben auch nur das reine Getriebeöl fürs Getriebe verwenden. Jetzt schaltet sich der Chef ein und ich erklär ihm das Ganze noch einmal, dem kann er folgen. Er lädt uns ein einen Blick in die Werkstatt und den dahinter liegenden Werkraum zu werfen. Wir betreten eine sehr aufgeräumte und saubere Werkstatt, einige Hebebühnen auf denen Motorräder zum Service oder zur Reparatur stehen. Seine Customprojekte sehen wir dann in dem dahinter liegenden Raum. Von dort geht in einen ganz besonderen Raum. Shaun, so heisst er, ist hierauf ganz besonders stolz, ein Leistungsprüfstand mit starken Ventilatoren zur Kühlung der Motoren während des Testlaufs. Das macht alles schon einen sehr professionellen Eindruck. Es wird schon wieder etwas knapp aber wir kommen doch noch rechtzeitig um uns in aller Ruhe umzuziehen und dann mit Anissa in die Stadt zu fahren. Die Fahrt eröffnet uns noch einmal wirklich ein paar schöne Aussichten auf die Stadt. Vor allem fahren wir Strassen hinunter die so steil sind, dass man sich gar nicht vorstellen mag was wäre wenn es hier mal Frost gäbe. Das Abendessen ist klasse und nicht so ölig wie oft in indischen Restaurants. Danach gibt’s noch ein Glas Wein zu Hause und dann geht’s ins Bett. Anissa hat etwas Schlaf nachzuholen und wir wollen morgen früh raus. Ziel ist dann der Mt. Field Nationalpark in dem es ein paar sehr schöne Wasserfälle zu erwandern gibt und danach haben wir die Hoffnung noch bis Derwent Bridge und dem Lake St. Clair Nationalpark zu kommen.

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