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3. Dezember 2011 6 03 /12 /Dezember /2011 12:35

Mittwoch 23.11.2011

Wir stehen sehr früh auf, da heute 600km auf dem Programm stehen. Norseman, den Einstieg in die Nullarbor erreichen wir 2,5 Stunden später, noch ein kurzer Mittagssnack und wir steigen in die Nullarbor ein. Der erste Stop ist Caiguna, die Preise auf dieser Strasse steigen auf ein unglaubliches Niveau. Auf der Strecke liegen jede Menge überfahrener Tiere, vornehmlich natürlich Kängurus, hier und da ein Emu und eine Menge anderes Getier ich denke ich konnte einen Dingo identifizieren, Schlangen, Echsen, Vögel. Hauptkiller sind sicherlich die Road Trains. Grosse Trucks mit zwei langen oder drei kürzeren Anhängern bzw. Aufliegern und einem dementsprechend langen Bremsweg. Bremsweg? Hier bremst keiner.

In Caiguna rasten auch 5 Harley Fahrer einer hat ein kaputtes Radlager am Hinterrad seiner FatBoy. Sie müssen nun 550km mit dem Begleitfahrzeug zurückfahren um in Kalgoorlie einen Trailer zu kaufen, das Moped aufzuladen und nach Melbourne zu bringen. Die Anekdote soll zeigen, was es heisst hier eine Panne zu haben. Wir hätten schon einmal kein Begleitfahrzeug.

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Donnerstag 24.11.2011

Nach den 600km gestern soll es heute nur eine kürzere Etappe von 374km sein, nächste Übernachtung ist in Eucla, kurz vor dem Border-Village zu South-Australia geplant. Hängt auch damit zusammen, daß wir unser Obst beim Früstück noch verbrauchen und nicht wegen der 12km wegwerfen wollen. In Eucla treffen wir Rob, einen Schönheitschirurgen mit Schwerpunkt Brustgestaltung (Vergrösserung bzw. Nachbildung). Er ist auf einer HD-Rocker von Brisbane nach Perth unterwegs. Normalerweise fliegt er die Strecke dieses Mal möchte er jedoch sein Motorrad mitnehmen und so hat er die ca. 4500km unter die Räder genommen.

Die Abendunterhaltung war klasse, Rob möchte nächstes Jahr die Firma besuchen, die die Implantate herstellt mit denen er arbeitet, sie liegt 250km nördlich von Paris. Er möchte in Paris eine Harley mieten und hinfahren. Da haben wir eine bessere Idee. Er mietet sie bei uns und hat ´ne richtig gute Tour. Findet er gut, mal sehen ob etwas daraus wird.

 

Freitag 25.11.2011

Wir verabschieden uns von Rob, packen unsere Sachen und nach einem Cappucino geht es los.

Unser Ziel heisst Ceduna, immerhin wieder 500km aber von Ceduna versprechen wir uns viel, da dies der Ausgang der Nullarbor ist und eine richtig kleine Stadt (angeblich). Als wir spät dort ankommen sind wir recht enttäuscht, wir checken per Telefon die Caravan Parks (das sind die hauptsächlichen Unterkünfte zu vertretbaren Preisen) und buchen uns in einem davon ein. Bevor wir dort einziehen wollen wir noch etwas essen. Wo sollte das schneller gehen als in einem Dine-in and Take-away für Pizza-Pasta, machen wir´s kurz wir haben an diesem Abend kein Essen mehr bekommen und diese Stadt wird nicht unser favourite place werden. Der Tag war dennoch klasse, da der Eyre- Highway, die Strasse durch die Nullarbor Plains am Meer entlang führt und sich an einigen Stichstrassen tolle Ausblicke auf die Küstenlanschaft bieten. Doch nicht so langweilig wie manche denken.

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Samstag 26.11.2011

Viele Kilometer, wenig essen, das hat etwas geschlaucht und so sind wir heute zunächst etwas später unterwegs. Vorher noch einkaufen, ein Zündkerzencheck und Kettenspannen auf dem Parkplatz vom Supermarkt und es geht wieder auf die Strasse. Ziel sollte eigentlich Kimba in 300km Entfernung sein. Es zeigt sich bald, dass das heute nichts wird also kehren wir in Wudinna einem wirklich kleinen Kaff 100km vor Kimba ein. Es gibt da nur ein Hotel, das ist aber ganz ordentlich, preiswert und vor allem gibt es Dinner dort. Nach dem Auspacken drehen wir noch eine Runde auf dem „Tourist Drive“. Der stellt sich schnell als eine Gravel Road allerdings in recht gutem Zustand heraus. Das sollte auch mit unseren beiden Ladies machbar sein. Belohnt werden wir mit einem riesigen Monolithen, sicher nicht vergleichbar mit dem Ayers Rock aber ganz ordentlich. Ein kleiner Trail führt uns auf den Granitfelsen Mt. Wudinna. Von dort hat man eine Wahnsinnsaussicht über den ganzen Gawler Range National Park. Das Abendessen findet in besonderer Atmosphäre statt. Es scheint der ganze Ort an langen Tischen zu Abend zu essen. Die Plätze werden desöfteren gewechselt um mit dem einen oder anderen zu erzählen. Nach dem Essen verlagert sich das ganze Richtung Bar-Room. Wir verlagern mit einer Flasche Rotwein auf unser Zimmer um noch ein bisschen Tagebuch zu schreiben.

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Sonntag 27.11.2011

Wir machen uns auf den Weg nach Port Augusta. Ich fülle noch die Reservekanister in die Tanks damit ich nicht so viel zusätzliches Gewicht mit mir herumschleppe. Scheinbar habe ich damit kopfmässig getankt und vergesse völlig, daß wir in Wudinna ja eh tanken wollten. Das alles fällt mir jäh ein als gute 50km vor Kimba dem nächsten Roadhouse die Harley unter mir anfängt zu stottern. Ich rechne nach und komme auf 300km nach Kimba seit dem letzten Tankstop, das sollte eigentlich reichen aber was ist mit der Triumph? Bei den letzten Tankstops hatte sie einen Verbrauch der recht nahe bei der Harley lag. Aufgrund des deutlich geringeren Tankvolumens müsste sie in dem Fall noch früher liegen bleiben. Na, sage ich mir nur nicht nervös werden die Distanz nach Kimba schmilzt immer weiter zusammen und beide Maschinen laufen noch. Die Triumph hat beide Benzinhähne immer auf völlig offen, heisst wenn sie stottert ist nix mehr im Tank. Noch 30km, 25km, 20km, na jetzt kann man ja schon fast laufen. Ich weiss nicht ob Manuela die Situation bewusst mitkriegt. Es kommt immer mal wieder Gegenverkehr, 15km, da kann man schon mal jemanden bitten zurückzufahren (in unserer Richtung war bisher kaum jemand unterwegs). 5Km,wenn sie jetzt ausrollen.....und da kommt das Roadhouse in Sicht. Puuh, gerade noch geschafft. Seltsamerweise hat die Triumph dieses Mal viel weniger verbraucht als die Harley. Hing wohl an der Offroadfahrt oder daran, dass gestern und heute kaum Gegen- oder Seitenwind das Fahren erschwert hat. Egal, Manuela war froh, die Benzinknappheit nicht bewusst wahrgenommen zu haben damit blieb ihr eine Menge banges Zittern erspart. Wir treffen eine Gruppe des Patriots MC. Ein Motorradklub ohne Backpatch. Backpatch tragen hier in Australien nur die grossen Motorradklubs, die Aussenstehende schon wieder Outlaw Motorcycle Gangs nennen, dabei ist Outlaw eine sehr weiter Begriff der auf den einen Club sicherlich weit mehr zutrifft als auf den anderen aber das ist bei uns in Deutschland auch nicht anders. Ausser den Patriots trifft ein weiterer Harley Fahrer in der Tankstelle ein. Chris, ein Belgier auf einer Electra Glide. Er ist auch schon eine ganze Weile unterwegs, kam in Melbourne an, ist dann auf Umwegen nach Margaret River zum HOG Treffen gefahren und möchte nun immerhin noch in den Norden fahren wo es zu dieser Jahreszeit doch sehr feucht ist. Ein Cappuccino und ein Chicken Wrap und es kann weitergehen nach Port Augusta.

In Port Augusta fahren wir schnurstracks zum „Outback Information Center“ um uns über die Übernachtungsmöglichkeiten in den Flinders Ranges zu informieren. Wir möchten und müssen mal ein oder zwei Tage an einem Ort bleiben um Wäsche zu waschen und einfach ein bisschen zu relaxen. Die letzten Tage waren doch alles mehr oder weniger lange Fahrtage. Wir entscheiden uns aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nach Melrose in die südlichen Flinders Ranges zu fahren.

Auf der Fahrt nach Melrose kommen wir durch eine Landschaft sanfter Hügel (endlich mal wieder mehrere tolle Kurvenkombinationen, die ersten seit 2000km). Der Ort ist sehr übersichtlich aber auch genau wie der Loose Reiseführer beschreibt sehr gemütlich. Wir mieten uns im Caravan Park in einer Cabin ein und beschliessen den Abend bei einem tollen warmen Prawn-Salad und einer grossen Schüssel Potato Wedges.

Uber-die-Nullarbor-Plains-8525.jpg

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